Eine dolle Sache in den USA sind die Regeln im Straßenverkehr. Mir gefällt nicht nur, dass man Links und Rechts überholen darf (Schnarchsäcke auf der Mittelspur, wen kratzt’s ?!?) nein, man darf sogar generell bei jeder roten Ampel rechts abbiegen, wenn der Verkehr das zulässt – dieser blasphemische Gedanke hat ja glücklicherweise auch schon mittels grüner Pfeile (der DDR sei Dank) in einigen Bereichen unserer Städte Einzug gehalten. Alles schon nicht ganz Schlecht, aber das Schönste ist die Regel bei gleichberechtigten Kreuzungen. Nicht wie bei uns Rechts vor Links (Ist wohl noch etwas das aus dem 1000 Jährigen Reich übrig geblieben ist ?!?) Nein hier gilt ganz klar : Wer zuerst kommt …. Was sonst eher peinlich ist, ist hier die Regel. Das Fahrzeug welches zuerst an die Kreuzung kommt darf als Erstes fahren, dann das Nächste usw. Hierbei ist es völlig egal ob das ein Lila Postauto, ein Straßenkreutzer mit Gangsta-Rappern oder Dirk Nowitzki auf einem Bobby-Car ist. Die Regel gilt und wird von Allen durchgezogen. Es wäre natürlich schön, wenn man uns Europäer, das erste mal auf den US-amerikanischen Straßenverkehr losgelassen, dieses Geheimnis anvertraut hätte, bevor man solch eine Kreuzung benutzen möchte. Da steht man nun und möchte den Vorrang des Rechten nutzen und sieht sich einer illustren Zahl von eindeutigen Hand- und Hup-Signalen ausgesetzt die einem liebevoll mitteilen möchten „Halt die Hufe still, Du bist noch nicht dran !“. Hat man sich aber erst einmal daran gewöhnt, geht einem diese Regelung geradezu traumwandlerisch von der Hand. Hier hilft ungemein das durch jahrelanges „Glücksbärchi-Memory“-spielen geschulte Gedächtnis die Fahrzeuge und deren Reihenfolge beim Eintreffen an der Kreuzung zu merken und dann in entsprechender Reihenfolge abzuarbeiten. In Paris und Umgebung scheint man diese Variante auch zu versuchen, allerdings scheitert das zumeist an der tatsache, das sich die Fahrer nicht 6 sondern 600 Autos merken müssen, die sich gleichzeitig an einer Kreuzung treffen.
Ach ja, Autos in den USA. Nirgends auf der Welt ist ein solch untenrum gummierter Blechkasten so eng mit der persönlichen Lebensphilosophie verbunden wie dort. Cadillac, Corvette, Chevrolete, Hummer, Dodge, Mustang, und, und, und. Das Ganze dann als Pick-Up, SUV, Stretched, Big-Foot, RV, Country, und weiss-ich-was-Turbo. Automobile Musik in den Ohren der Hörigen. Nachdem jetzt aber weltweit die Benzinpreise anziehen (Wir alle wissen was ich meine) haben auch unsere Amerikanischen Nachbarn so ihre Not die Lieblinge zu füttern. Und da fängt das Malheur an. Wenn man dort noch vor ein paar Jahren den Liter Sprit für umgerechnet 25 Cent saugen konnte, bewegt sich derzeit die Marke gegen 1 Euro. Was uns paradisische Zustände suggeriert und zu spontanen Convoys der Freude bewegen würde, ist dort als ob ihnen der Himmel auf den Kopf fallen würde. Jetzt haben sie schon den Saddam rausgekickt und der Sprit ist noch immer nicht umsonst. Was macht man als Normalverdienender mit einem Auto das schon beim Startvorgang 10,5 Liter wegballert. Was sollen die Rentner machen, mit ihren kleinen Wohnmobilen (Typ Endeavor 40 Ft“ – also Reisebusgröße – mit einem kleinen Off-Road Van für die kleine Tour zwischendurch als Anhänger)? Sollen die etwa in ihren Florida Residenzen verschimmeln ? Oder wie soll der 16-jährige Surferboy seiner bespangten Freundin erklären, das sie jetzt am Strand nur noch spazieren gehen können, weil die Tankfüllung nicht mehr für das SundownerCruisen an der Beach reicht ? In diesem Falle kann dem Kollegen vielleicht geholfen werden, denn dann kommt, dank der Polschmelze, bald der Strand direkt zu Ihm nach Hause.