Archiv für Mai 2008

29
Mai
08

Cars are Cars all over the world – Benzin im Blut

Eine dolle Sache in den USA sind die Regeln im Straßenverkehr. Mir gefällt nicht nur, dass man Links und Rechts überholen darf (Schnarchsäcke auf der Mittelspur, wen kratzt’s ?!?) nein, man darf sogar generell bei jeder roten Ampel rechts abbiegen, wenn der Verkehr das zulässt – dieser blasphemische Gedanke hat ja glücklicherweise auch schon mittels grüner Pfeile (der DDR sei Dank) in einigen Bereichen unserer Städte Einzug gehalten.  Alles schon nicht ganz Schlecht, aber das Schönste ist die Regel bei gleichberechtigten Kreuzungen. Nicht wie bei uns Rechts vor Links (Ist wohl noch etwas das aus dem 1000 Jährigen Reich übrig geblieben ist ?!?) Nein hier gilt ganz klar : Wer zuerst kommt …. Was sonst eher peinlich ist, ist hier die Regel. Das Fahrzeug welches zuerst an die Kreuzung kommt darf als Erstes fahren, dann das Nächste  usw. Hierbei ist es völlig egal ob das ein Lila Postauto, ein Straßenkreutzer mit Gangsta-Rappern oder Dirk Nowitzki auf einem Bobby-Car ist. Die Regel gilt und wird von Allen durchgezogen. Es wäre natürlich schön, wenn man uns Europäer, das erste mal auf den US-amerikanischen Straßenverkehr losgelassen, dieses Geheimnis anvertraut hätte, bevor man solch eine Kreuzung benutzen möchte. Da steht man nun und möchte den Vorrang des Rechten nutzen und sieht sich einer illustren Zahl von eindeutigen Hand- und Hup-Signalen ausgesetzt die einem liebevoll mitteilen möchten „Halt die Hufe still, Du bist noch nicht dran !“. Hat man sich aber erst einmal daran gewöhnt, geht einem diese Regelung geradezu traumwandlerisch von der Hand. Hier hilft ungemein das durch jahrelanges „Glücksbärchi-Memory“-spielen geschulte Gedächtnis die Fahrzeuge und deren Reihenfolge beim Eintreffen an der Kreuzung zu merken und dann in entsprechender Reihenfolge abzuarbeiten. In Paris und Umgebung scheint man diese Variante auch zu versuchen, allerdings scheitert das zumeist an der tatsache, das sich die Fahrer nicht 6  sondern 600 Autos merken müssen, die sich gleichzeitig an einer Kreuzung treffen.

Ach ja, Autos in den USA. Nirgends auf der Welt ist ein solch untenrum gummierter Blechkasten so eng mit der persönlichen Lebensphilosophie verbunden wie dort. Cadillac, Corvette, Chevrolete, Hummer, Dodge, Mustang, und, und, und.  Das Ganze dann als Pick-Up, SUV, Stretched, Big-Foot, RV, Country, und weiss-ich-was-Turbo. Automobile Musik in den Ohren der Hörigen. Nachdem jetzt aber weltweit die Benzinpreise anziehen (Wir alle wissen was ich meine) haben auch unsere Amerikanischen Nachbarn so ihre Not die Lieblinge zu füttern. Und da fängt das Malheur an. Wenn man dort noch vor ein paar Jahren den Liter Sprit für umgerechnet 25 Cent saugen konnte, bewegt sich derzeit die Marke gegen 1 Euro. Was uns paradisische Zustände suggeriert  und zu spontanen Convoys der Freude bewegen würde, ist dort als ob ihnen der Himmel auf den Kopf fallen würde. Jetzt haben sie schon den Saddam rausgekickt und der Sprit ist noch immer nicht umsonst. Was macht man als Normalverdienender mit einem Auto das schon beim Startvorgang 10,5 Liter wegballert. Was sollen die Rentner machen, mit ihren kleinen Wohnmobilen (Typ Endeavor 40 Ft“ – also Reisebusgröße – mit einem kleinen Off-Road Van für die kleine Tour zwischendurch als Anhänger)? Sollen die etwa  in ihren Florida Residenzen verschimmeln ?  Oder wie soll der 16-jährige Surferboy seiner bespangten Freundin erklären, das sie jetzt am Strand nur noch spazieren gehen können, weil die Tankfüllung nicht mehr für das SundownerCruisen an der Beach reicht ?  In diesem Falle kann dem Kollegen vielleicht geholfen werden, denn dann kommt, dank der Polschmelze, bald der Strand direkt zu Ihm nach Hause.

26
Mai
08

Da doo doo doo – was du nich’ sachst

Es ist schon etwas Merkwürdiges wenn sich 2 Menschen begegnen. Diejenigen die sich etwas näher kennen als es durch ein kurzes „Guten Tag“, „Tach“, „Moin“ oder „Guten !“  abgetan wäre, benutzen fast immer irgendwelche Startfloskeln um das Gespräch in Wallung zu bringen oder wenigstens das Erkennen des jeweils Anderen zu verbalisieren. Meist beginnt das Ganze dann mit der Eröffnungsfloskel „Na, wie geht’s“ die dann entsprechend pariert wird mit den Worten : „Gut“, „Geht so“, „Gestern ging’s noch“ oder „Ich kann gar nicht genug klagen.“ Erwartungsgemäß gefolgt von der Retoure „…und selbst ?“. Schon ist der schönste Dialog am Laufen und alle haben sich lieb. Bekannt ?!? Natürlich, denn das ist eine klassische Abwicklung in unserem Kulturkreis und in unserer Sprache. Das kennt man, da fühlt man sich wohl, da macht man mit !!!!  Und schon beginnt das Übel, wenn man diese Kreis durchbricht und  sich in anderen Ländern als dem Eigenen aufhält. Ich hatte diese Erfahrung schon früh mit unseren Freunden im angelsächsischen Sprachraum gemacht. Auch da gehört das „How are you“  zum Standard-Eröffnugszug einer guten Partie Small Talk, allerdings bin ich mir bis heute noch nicht sicher ob dann ernsthaft eine Antwort und auch/oder eine entsprechende Gegenfrage erwartet wird, wie es bei uns ja so Usus ist. Noch heute ertappe ich mich regelmäßig dabei schön artig (und deutsch) zu sagen „Thank you, fine … and how are you ?“ und schon die zögerliche Reaktion des englischen Gegenüber der sich durch diese Gegenfrage offensichtlich im kommenden Redefluß gestört sieht, zeigt mir, das hier die Höflichkeit mal wieder fehl am Platze war. Im Übrigen interessiert mich genauso wenig sein Krankengeschichte, wie er offensichtlich an meinem aktuellen Zustand interessiert war. Wobei, jetzt komm ich ins grübeln. Ich glaube nämlich die Engländer legten schon doch noch etwas Wert auf eine Antwort und für die Amerikaner ist „How are you“ eher so was wie „Hi“. Tja, die Amerikaner die haben manchmal schon lustige Dauersätze die immer und immer wie eine Art Mantra vor sich hin geplappert werden. Mein Lieblingssatz „ Finding everything OK“ – Ich bin mir nicht sicher ob ich jemals solch einen Satz im Englisch Unterricht gehört habe. Beim Shoppen in Amerika hört man ihn jedenfalls immer wieder. Erstmals dachte ich bei mir nach der Frage :“Klar finde ich es hier Prima, sonst würde ich ja wohl kaum Urlaub in USA machen“. Die Frage ist natürlich eine Service vorgaukelnde Floskel aus dem Marketing Handbuch für Supermarktleiter und soll suggerieren, das man ernsthaft Sorge trägt, das der Kunde, also ich, etwas nicht gefunden hat. Einmal habe wir genau diese Frage beantwortet und uns hilfesuchend an eben jenen freundlichen Kundenbetreuer gewand. Das war ein Fehler.  Es war natürlich nicht seine Abteilung, also standen wir und warteten solange er seinen zuständigen Kollegen suchte. Dieser war auch nach 20 Minuten schon gefunden, er war „Finding everything ok“-fragend in einer ihm fremden Abteilung tätig und kam nun auf uns zu. Die CD die wir suchten kannte er trotzdem nicht und so war die ganze Sache dann schließlich trotz Service-Attacke ziemlich unbefriedigend. Also, nicht immer alles so wörtlich nehmen. Ein „May I help Ya“ im Einkaufsbereich  oder ein „Enjoy“ nachdem ein Teller frittiertes Irgendwas als Menü auf dem Tisch abgestellt wurde, ist definitiv nicht wörtlich zu nehmen.

In dem Sinne: „Take care !“

19
Mai
08

Let it be – Quo vadis, Brosi

Es gibt Momente da fragt man sich – was soll der ganze Quatsch. Warum tu ich eigentlich dies und das und fange mit meiner Zeit eigentlich nicht nutzbringendere Dinge an. Ich könnte zum Beispiel bei den Scientologen einsteigen und das würde mir garantieren, das ich über Kurz oder Lang alle, aber auch wirklich alle Krankheiten der Welt heilen könnte incl. Krebs (Steht so im neuesten „Stern“, das wird tatsächlich dort verpredigt – oder wie das heißt). Wenn das nicht funktioniert, könnte ich wenigstens Alles über Gehirnwäschen, seelische Folter und totale Überwachung lernen – Ist doch auch was Schönes, das kann ich dann gleich neben mein Jodel-Diplom hängen. Apropos Jodeln – Da ich ja seit geraumer Zeit der fixen Idee anheim gefallen bin, das ich Laute so artikulieren kann, das daraus eine Art Melodie erkennbar ist, und ich diese Tonfolge, so ein weitere Aberglaube meinerseits , auch noch in Einklang mit einem Instrument zustande bringe – halte ich mich für einen Sänger. So weit so gut. Wenn ich so durch die Fernseh-Kanäle zappe, scheint dieser Kasten geradezu überzuquellen von Leuten die einem ähnlichen Wahn verfallen sind. Scheinbar ist die eigene Überzeugtheit nicht unbedingt das Maß aller Dinge. Man braucht natürlich neutrales Feedback – Aus meiner eigenen Erfahrung eignet sich niemals für eine objektive und neutrale Bewertung die eigene Mutter. Auch das nähere familiäre Umfeld würde sich niemals zu einer Äußerung hinreißen lassen wie : „Na, das war ja wohl Nichts.“, „Ich dachte das wolltest Du noch mal Üben vorher?!?“ oder „Sei froh, das du beim nächsten Wildschweinessen  nicht in den Baum gehängt wirst !!“. Wo sucht man sich also die notwendige Reflektion der eigenen Leistung als allein unter Fremden. Viel Feind – viel Ehr.

So und nun komme ich zum Eigentlichen. Wäre ich ein Maler könnte ich mich in die Fußgängerzone begeben mit ein paar Karton bunter Kreide und könnte die Gehwege mit allerlei Kunst  volltun. Wenn es den Passanten gefällt gebe es klingende Münze, wenn nicht, hätte ich wenigstens ein Strafmandat wegen Beschmutzung öffentlichen Eigentums – aber der Aufwand wäre minimal.  Gleiches gilt für Einradfahrer, Taschenspieler und  Pfahlsitzer. Ich brauche für die Ausübung meiner Passion eine Band und eine Band braucht willige Mitstreiter und ein Arsch voll mit Gedöns das ab- und aufgebaut werden muss, das transportiert, geschleppt und eingestellt werden will, das Geld kostet und zum Kaputt gehen neigt. Alles in Allem – Horrorshow. Aber wenn erst mal Alles zusammengestöpselt ist gibt es einem  das schöne und sichere Gefühl :   man steht auf der Bühne mit einer Menge Gedöns was zusammengestöpselt ist. Wenn man dann so 3-4 Stunden mit  Fahren, Schleppen, Stöpseln, Schalten und Machen verbracht hat und das Ganze läuft, ist man endlich soweit  das man mit dem Eigentlichen anfangen kann. Dem Warten auf das Publikum – Also die professionellen Feedback Geber. Das erste gnadenlose Feedback hat man, wenn der Raum immer größer zu werden scheint. Das passiert dann nämlich man eine Füllmenge erreicht die man zu Beginn des Konzertes mit den Worten „Ich freue mich Dich so zahlreich begrüßen zu können !“  willkommen heißt. Ist die Bude aber voll, heißt das noch lange nicht, das man schon gewonnen hat.  Gähnende Langeweile und Publikumsreaktionen al la Madame Tussauds sind eine ebenso untrügerische Standortbewertung, wie das eben erwähnte One-Man-Publikum. Na ja – das ist dann aber zumeist für mich ein kleiner Ansporn, wenigstens mich selbst zu begeistern  – Ja, denn da war ja noch was – der eigentliche Spaß am Ganzen – Jetzt fällt’s mir wieder ein – Ich singe gerne – Wie konnte ich das vergessen. Egal wie viele Leutchen da sind, die kriegen wir schon – haben wir doch immer geschafft (….außer in Clausthal….) . Egal was passiert ist – The Show must go on – und für die Show bin ich verantwortlich – Auf geht’s zu neuen Bühnen – Ich freu mich schon auf die Reaktionen egal ob lachende Gesichter, überraschtes Staunen, Tanzende Leiber, Headbangernde Schwesternschülerinnen, Swingende Biker egal: Macht was Ihr wollt und wozu Ihr gerade Spaß habt – Ich tu’s auch.  Und ich freu mich auch wenn es am Ende des Abend’s heißt : „Du, also wirklich toll -  Deine weißen Schuhe !!!!!“

PS. – 3 Stücke sind mir echt zuuuu wenig       

15
Mai
08

Mr.Blue Sky – die Trägheit des Seins

Ich bin etwas zähflüssig mit Neuveröffentlichungen an dieser Stelle. Ich mutmaße das sind noch Nachwehen des Urlaubs und des damit verbundenen Müßigganges. Die Arbeit verschlingt nahezu alle Reserven der wenigen Kreativität die mir bleibt und den Rest investiere ich derzeit in die Singerei – Puuh, jede Menge neue Stücke mit noch mehr neuen Texten. Ich stelle ein : Souvleur (schreibt man das so ?!?)  oder noch besser : eine nette kleine Souvleuse, die immer zu meinen Füssen sitzt und mir bei Bedarf den Text zuflüstert – Ja, wenn ich mir das so vorstelle – keine schlechte Idee. Also bitte – Bewerbungen bitte unter BSDV (Brosi sucht die Vorsagerin).

02
Mai
08

Lost in the supermarkt – Ice Age 3 im Packrausch

Einer der nachhaltigsten Eindrücke aus meinem ersten USA Aufenthalt Anfang der 90er war die Tatsache, das man zu jeder Tages- und Nachtzeit im Supermarkt einkaufen konnte. Es war schon prima wenn man Sonntags um 23:00 Lust hatte noch einmal die Kühltasche zu füllen und man musste nicht mehr eine Tankstelle suchen, sondern steuerte einfach den nächsten K-Mart oder ähnliches an. Gut, hört sich heute nicht mehr ganz so spannend an, nachdem  sogar bei uns auf’m Dorfe das gute Mütterchen Rewe schon Samstags bis 21:00 seine Waren feilbietet, aber damals war ich doch schon deeply impressed. Nachhaltig sogar, denn auch heutzutage wissen wir die „Shop around the clock Philosophie“ auf unseren US-Trip zu schätzen und steuern diese Konsum-Labyrinthe nur zu gerne an um uns zu versorgen. Lieber sogar noch als die Burger Butzen die ja entlang der Straße zum fröhlichen Whoppern einladen. Apropos Burger und Konsorten: Wenn man so die amerikanische TV und  Radio Werbung dieser Futterbuden beobachtet, kommt es einem manchmal so vor als ob es das größte Geschenk der Menschheit sei, sich erstmal ordentlich vollfuttern zu können und dann noch je 592tem Hähnchenteil in der vorteilhaften Großfamilien-Vesper Geschenkpackung 12 Cent zu sparen – und noch ein tolles Plastik-Teil zum sammeln oben drauf. Es ist einfach phantastic wie viele Superlative man allein durch Radiowerbung  in einem einzigen Urlaub erlernen kann : It’s really amazing.

Wir schätzen es immer sehr, wenn wir in unseren Hotelzimmern auch mal eine Microwelle finden, denn dann heißt es heute machen wir einen Streifzug durch die Amerikanische Küche – do what the americans do, when they think they are alone. Im Supermarkt erwacht dann der Jäger und Sammlertrieb und man sucht sich Dinge die man sonst niemals zu Gesicht bekommen würde. Beispielsweise die in allen Gebindegrößen angebotene Salatsoße Marke „Ceasar’s“ Typisch amerikanisch und besonders gut aus dem Hause Paul Newman. Das und eine entsprechend illustre Ansammlung diverser Salatblätter ist zumeist der Einstig in das abentliche Mahl. Aber es muss noch etwas drauf von diesem roten Streukram, seines Zeichens gerösteter Speck aus dem Schüttelbecher. Garantiert Cholesterin- und  natürlich Zuckerfrei. Das ist so, weil es natürlich auch Speckfrei ist – keine Ahnung woraus das besteht, aber das Raucharoma kann süchtig machen. 2ter Gang : Suppe – Auch hier gibt’s Dosensuppen – was mich berufsbedingt natürlich jubilieren lässt – und dann greifen wir in die Vollen : New England Clam Chowder. Hier nicht bekannt, aber – das muss ich zugeben – auch im Fertigpack ein echter Leckerbissen. 2 Gänge sind im Sack aber jetzt kommt die Herausforderung: Man muss wissen, wenn wir Urlaub machen, dann zumeist wenn es draußen auch schön warm ist, das heißt bei den draußen vorherrschenden 30 Grad Celsius (nicht Fahrenheit !!!)  ist man natürlich auch sommerlich gewandet. Shorts und Tee, thats’s it. Schon wenn man den Supermarkt  betritt merkt man : oh klimatisiert, das heißt zumeist runter mit der Temperatur auf geschätzte 16 Grad. Man bewegt sich sogleich etwas schneller um nicht mit den Zähnen zu klappern. Wenn man jetzt aber auch noch in Bereiche eindringt die scheinbar nie ein Warmblüter je zuvor betreten hat, dann wird man im Filterfrio-Verfahren schockgefrostet. Gefühlte 5 Grad zeichnen den Lebensmittelparcour aus, in dem wir uns jetzt für den Hauptgang unseres Diners bedienen wollten: der Abteilung Gefrierware. Entsprechend wahllos und schnell fällt dann auch meistens die Auswahl aus. Das ist für die Mikrowelle – pass schon und hin zur Bäckereiabteilung zum Aufwärmen. Im Vorbeieilen noch schnell einen Becher Eis gegriffen (Frozen Joghurt – das sagt schon Alles) und bloß nicht mit nackter Haut an Metallgegenständen hängen bleiben.

Hat man dann alles zusammen kommt etwas das erscheint mir als Mitteleuropäer wie von einem anderen Stern: An der Kasse ist nicht etwa nur eine Kassiererin, nein, nein nein. Begierig harrt dort ein weiterer Bediensteter der die Aufgabe hat, die gekaufte Ware  in tausende und abertausende von kleinen dünnen Plastiktüten zu verstauen. Das ist für sich gesehen sicherlich ein toller Servicegedanke, wenn man diesen Leuten aber so bei der Arbeit zuschaut ist man ernsthaft am Grübeln, was die für eine Ausbildung diese Leute haben die sie für dieser Tätigkeit qualifizieren :  staatlich geprüfter Siebenschläfer, Slowmotion Pantomime, Zeitlupen-Stuntman ? Ich weiß es nicht. Ich wage zu behaupten, das eine rüstige, einarmige Rentnerin mit Gicht, Rheuma und Parkinson selbst im hohen Alter von 102 Ihre Ware schneller im eigenen Rollator verstaut hat, als das diese Verpackungskünstler auch nur eine einzige  Tüte voll bekommen haben. Stoisch dreinblickend verstauen sie im Tempo einer unter Schlafkrankheit leidenden Hainschnirkelschnecke die gekauften Waren in diese Plastikpergamentbeutel, ohne darauf zu achten ob es nicht vielleicht ratsamer wäre, die 1, 5 Gallonen Flasche Wasser nicht unbedingt auf die Tüte mit den Äpfeln zu knallen, die als erstes in den Einkaufsbeutel befördert wurde. Auf diese Weise muss das Omelette erfunden worden sein. Trotz aller Makel handelt es sich scheinbar hierbei um ein ur-amerikanisches Ritual, denn diese Herrschaften verströmen eine solche Selbstverständlichkeit, das man sie einfach nicht stören möchte. Geradezu blasphemisch mutet es an wenn man eine selbst mitgebrachte Mehrweg-Tüte zum Transport benutzen möchte. Hat man es dann doch einmal gewagt die Taschen in den Prozess einzuschleusen hat man sich auch schon als Europäer oder noch spezifischer, als Deutscher geoutet. Dieses Teufelswerkzeug kann auch nur ein Tourist ernsthaft einsetzen wollen. Wie von einem fremden Planeten wird man ob diese Ansinnens betrachtet und für einen kurzen Moment kommt das gesamte geschäftige Treiben zum erkliegen. Es kommt einem kurzzeitig so vor als ob im gesamten Supermarkt alles stillzustehen scheint und jeder schaut für einen unendlichen Augenblick in Richtung der Fremden die den Saloon betreten – ach nee das ist ne andere Szene. Schnell bezahlen und raus in die 30 Grad aus denen wir kamen.      




Nächster Gig

Mit General Daniels : ------------------ 23.Mai 09 / Braunlage ---------- 11.Juli 09 / Bornum Rock ----------- 21.August 09 / Harzgerode ------------ 03. Oktober 09 / MC Lahstedt ----------- 28.November 09 / Wir singen zum Advent ----------- =========================== Mit der Crazy Groove Big Band : ------------ 26.April 09 / Aula in Herzberg -------- 05.Juni 09 Osterode ---------- 14.August / Kloster Walkenried ------ 08.11 Herzberg Benefiz

Online ?

tracker

Top-Beiträge

  • Keine

Ich zähl auf Euch

  • 10,896 hits