Archiv für August 2008

20
Aug
08

Im Westen nichts Neues : Heimspiel bei guten Freunden 2

Band runter von der Bühne – Regen an. Umbaupause.

Bei Ghostbusters heißt es an einer Stelle „Wählt die Gestalt des Zerstörers“ und heraus kam ein überdimensionierter Marshmellow-Mann. Diesmal hatte Gösta gewählt und heraus kam das Böse aus Berlin. 5 kleine Ladies in Black, offensichtlich die unehelichen Kinder von Mortitia Addams schicken sich an ordentlich zu donnern. „Kill her first“ der Name ist Programm, verspricht aber nur scheinbar, das die männlichen Zuhörer zunächst verschont werden. Ich als der Popper der Band kenne mich nicht mit den einzelnen Spielarten des Rock aus, aber das was da getan wurde war schon die härtere Gangart. Der Set beginnt zunächst mit einem Einspieler vom Band der schon zu Beginn die archaische Vorgehensweise des nun Folgenden andeutet. Die Damen sind alle modisch gekleidet in ein Ensemble aus Schwarz und Schwarz, nur unterbrochen von einem weißen Spiralkabel und ein paar imposant blau leuchtenden Ringen. Der Rest ist : heftig. Gitarren, Bass und Drums: volle Kanne und darüber der , ääh, Gesang ?!?. Im Rock hat diese Art der Singerei sicher einen Fachbegriff, den ich aber nicht kenne. Zunächst verhaltene Reaktionen im Publikum, dann aber kristallisieren sich die Anhänger dieser Musik heraus und letztendlich erspielen sich die 5 Hauptstätterinnen ihr Publikum und werden nach einem kurzen aber heftigen Gig noch einmal um Zugaben angegangen. Das Böse hat aber auch einen Vorteil: Der Regen hatte sich versteckt. Es blieb trocken. Das hätte man den olympischen Chinesen vor der Eröffnung ruhig stecken können. Anstatt für teures Geld das ganze Chemie-Gedöns in die Luft zu ballern, hätten auch 2 Stunden „Kill her first“ gereicht um die Veranstaltung trocken durchziehen zu können.

Der Geist der Addams Family hielt aber dann doch nicht lange durch, denn schon beim Umbau zum nächsten Act gingen die Schleusen wieder auf. 

Nach den sympathischen Schwestern Dracula kommt jetzt erneut eine weit gereiste Band auf die Bühne : „Eisheilig“ aus dem Pott.  Ich halte mich mit Kommentaren hier wohlwollend zurück, denn ich bin negativ vorbelastet. Der Sänger hat nämlich mit Bier um sich geschmissen und die ganze Bühne eingesaut. Mein Kram klebt heute noch. Bäh. Diese amtliche Vorbelastung hätten sie nur mit Musik nach meinem Geschmack wieder wettmachen können, aber dann kommt Rammstein-mäßiges und das ist wahrlich nicht meins. Im Publikum finden sich aber schnell die Fans dieser erneut harten Spielart. Wie man berichtet, sogar einige die später die Organischen Fertigkeiten der Musiker auch noch detaillierter ergründen wollten, aber das nur am Rande. Sicherlich sind hier gute Musiker am Werk, aber Bier zum Schmeißen, geht ja gar nicht. Ach so, ja stimmt, das Ganze ist mit deutschen Texten. Ich muss dann ja auch zum Umziehen und Warmsingen.

Hier trifft sich abseits des Ganzen die nahezu komplette Bande zum kurzen Revue passieren lassen und einstimmen. Schön das Gösta Tag der offenen Tür hat. Wir stellen einhellig fest, das dass Wetter eigentlich viel zu gammelig für das Open Air ist. Trotz der Feuchte haben sich aber dennoch etwa 500 wackere Kirchberger eingefunden, auch wenn sie sich noch unter den Regendächern zusammenrotten und den ganzen Tag über das Rund vor der Bühne etwas zu sehr meiden. Nicht auszudenken was bei tollem Wetter gewesen wäre. Aber egal. Hoffen wir das Beste und ziehen uns unsere neuen Outfits an. Gösta wollte Anzüge und ab jetzt sind die Generäle best be“suited“.  Mal sehen ob sich die Runderneuerung auch gelohnt hat. Die Stunde der Wahrheit rückt näher. Noch hört man das ferne Getöse der Eisheiligen Bierspritzer. Es ist also noch Zeit. Gösta kommt als Letzter und versprüht die frohe Botschaft: Es hat aufgehört zu regnen – und was soll ich sagen das blieb dann auch so. Noch letzte Hand anlegen an Krawatte und Sakko. Claus,  Rainer und Gösta bändigen ihr Haupthaar und dann geht es langsam aber sicher in Richtung Bühne. Hab ich schon erwähnt, das es nicht mehr regnet ?!? Olli macht die Ansage und , wir können es schon von Ferne beobachten, die anwesenden Besucher haben allesamt ihre Schutzbehausungen und Unterschlüpfe geräumt und sammeln sich als Traube vor der Bühne. Einlauf mit neuem Intro. Ralf darf als Erster und er startet sogleich den Beat. Dann stößt Gösta dazu um auch seinen neuen Aufzug erstmals richtig und Szene zu setzten. Mit fliegenden Haaren eilt Lois’l herbei um dann für Rainer den Rhythmus zu bereiten. Ich darf als Letzter und mit Hut. Ich pose erst mal ein bisschen – was man so als gesetzter Rocker halt noch so posen kann und dann gehen wir Rockwärts in die nächsten 2 Stunden. „Rocking in the free world“ Yep, neu im Programm ist genau die richtige Einstimmung. Unsere Freunde vor der Bühne sind sogleich mit uns und ohne viel BlaBla geht es gleich in „Eye of the Tiger“ und  „Black Night“. Hallo Kirchberg. Ich glaube wir sind  heute wieder richtig platziert mit unserem kleinen Geschichtsbuch der Rockgeschichte. Nach dem Brett der letzten Bands sehnt sich die Festival-Seele nach einer doppelten Portion bekannter Evergreens mit Showeinlage. Sollen sie haben. Alt Bekanntes aber auch ein paar neue Stücke ergießen sich ins Rund und wie wir es von den Kirchbergern kennen, es wird mitgesungen und mitgetanzt was das Zeug hält . Das Publikum hat Spaß, wir haben Spaß – That’s it. Go for Gold. 2 Stunden Pacour-Ritt vom Rock-Paket (Perfect Stanger), über die Irren Schotten (Look away, Over the hills and far away) bis mitten in die Party-Zone (Fox on the run, Black Betty) geht die Reise und Alle, Alle kommen mit. Zwischendurch ein kleines Geburtstagsständchen (wahrlich gerührt die Kleine) und eine „Juhu wir haben Abi 2008″- Einlage, so vergeht die Zeit im Fluge und bevor ich es vergesse – Es hat nicht mehr geregnet. 

Ach ja, Die Anzüge haben sich bewährt. Alle Anderen haben eisern bis zum Schluss die Jacke angelassen. Bei mir war schon nach dem 3ten Stück Feierabend. Hut und Jacke wanderten an den Ständer und die Ärmel wurden hochgekrempelt. Mit anderen Worten die „Gentlemen des Rock“ und ich.

Fazit: 1 Set – 3 Zugaben ; 2 Stunden 15 Minuten Spielzeit; 6 Runden Bier; 2,5 Liter Mineralwasser; 5 Emser Halspastillen).

19
Aug
08

Im Westen nichts Neues : Heimspiel bei guten Freunden 1

Nichts Neues ?!?  Pustekuchen. Es ist zwar für uns nicht das erste Mal das  wir hier beim Kichberg Open Air den Headliner machen dürfen. Auch haben wir uns vor Ort schon eine gute Anzahl Freunde zusammengespielt, aber ansonsten Alles neu. Das beginnt schon beim Wetter. Wo vor 2 Jahren noch Sonnebrand und braune Leiber angesagt waren, geht heuer der Trend eher zu Schwimmhäuten und Kiemenatmung. Das Wetter war nicht prall. Wind und Regen machen den Aufbau etwas umständlicher. Die unkaputtbare Hütte für die Mischpulte zum Beispiel  (Die steht wie ne Eins, die ist noch nie davongeflogen) wird zum fliegenden Robert incl. Mast und Schotbruch. Gut das der Kirchberger an sich immer ein Schweißgerät extra am  Mann hat.  Dem steten Wechsel zwischen Regen und Sonne zum Trotz ist dann aber doch letztlich Alles zusammengebastelt und macht einen guten Eindruck. Schöne große Bühne, tolle PA und eine prima Lichtanlage und Alles bedient von kompetenten Leuten. Nach einem kurzen Soundcheck ist, was uns angeht, die Vorbereitung für den Abend  getan und wir können noch einmal die jeweiligen Meditationsstätten aufsuchen (Ich fuhr nach Hause und Gösta geht zum Bierstand) um dann etwas später gut gerüstet am Tatort zu erscheinen. Als ich zurückkehre ist das Festival schon in vollem Gange. Es ist trocken und es haben sich schon einige Zuhörer eingefunden. Leider konnte ich die Eröffnungsband „Crying Sun“ nicht mehr sehen, also kann ich den Gig nicht kommentieren.  Es handelt sich hierbei um eine Schülerband, die sich wie wir dem Cover-Rock verschrieben haben. Als ich eintreffe sind bereits die Seesener Lokalmatadoren „Exit Inside“ auf der Bühne. Die Band, die glaube ich gefühlte 5.678 mal im Jahr Auftritte hat, liefert ein famoses Set ab. Nicht nur auf der Bühne sind die Jungs motiviert und gutgelaunt bei der Sache. Schon während des Soundchecks waren die Rocker mit vollen Enthusiasmus bei der Sache. Auch wenn es zunächst nur darum ging die Promo-Plakate strategisch wichtig auf dem Gelände zu platzieren. Auf der Bühne geht die Show genauso akribisch weiter. Die Band zeigt das sie on Stage zuhause ist und der Spaß kommt genauso über die Rampe. Trotz des recht frühen Termins im Line-Up wird von den Zuhörern lautstark „Zugabe“ gefordert. Und mit „Ramona“ wird dann auch noch ein Song mit hohem Hitpotential aus dem Hut gezaubert.  Diese Story wird noch weiter geschrieben, da bin ich mir sicher.

In der kurzen Umbaupause meldet sich der Regen wieder zurück um dann auch sofort wieder aufzuhören als der nächste Act in den Startlöchern steht. „Starvin Millonaire“ hat nach einer wechselhaften, näheren Vergangenheit (Bandnamen und Mitglieder kamen und gingen) wieder den Weg an die Öffentlichkeit gefunden, und die neue Besetzung der Band um unseren lieben Olli herum, hat gut getan sich dieser Metamorphose zu unterziehen. Neuer Gesang und Neue Gitarren zu gewohnt  kompakter Rythmusgruppe das sind die Zutaten mit denen die neuen Stücke gewürzt werden.  Wie schon die Band vorher : Gitarrenorientierte Rocksongs aus eigener Feder. Man muss schon den Hut davor ziehen wie gut die Arrangements dieser Seesener Band’s klingen.  Die Millionäre variieren die Stile  sehr gekonnt, so das ein abwechslungsreicher Set geboten wird, der Lust auf mehr macht. Was soll man lange reden! Kurz : Ein geiler Gig, Alter!  Auch hier, wie ist es anders zu erwarten : Zugabe.

18
Aug
08

Three Steps to heaven – der generale Hattrick

Das gab’s ja noch nie. Die Generäle waren aber so was von im Live-Taumel, das geht ja auf keine Bass-Saite. 3 Gigs auf einen Streich. Im 2 Wochentakt standen wir auf den Brettern die den Rock und Roll bedeuten und haben im neuen Outfit die reine Klassik-Rock-Glückseligkeit verbreitet. Und da das naturgemäß eine Menge Stoff für ein paar kleine Stories des bandinternen Chronisten bedeutet, werde ich hier also zur Tat schreiten. In einem neuen Dreiteiler wird hier nun die Geschichte der kleinen Band aus dem Vor-Harz in die Welt hinausposaunt, um zu veranschaulichen wie aus dem „eiskalten Hauch des Rock’n’ Roll“ die „Gentlemen des Rock“  entstanden sind.

Teil 1 : Im Westen nichts Neues : Heimspiel bei guten Freunden  

Teil 2 : Rocker’s delight : Ja mer san mit’m Krad’l da

Teil 3 : Im Reich des Drachen : Grisu und die Feuerwehrmänner

Hach ist das aufregend. Mal sehn wann es losgeht.

11
Aug
08

A little piece of the action

Da ich offensichtlich im Augenblick eine Schreib-Blockade habe (anderer Ausdruck für zu faul), hier einmal ein paar fotografische Ausblicke auf das was war und noch beschrieben werden muß




Nächster Gig

Mit General Daniels : ------------------ 23.Mai 09 / Braunlage ---------- 11.Juli 09 / Bornum Rock ----------- 21.August 09 / Harzgerode ------------ 03. Oktober 09 / MC Lahstedt ----------- 28.November 09 / Wir singen zum Advent ----------- =========================== Mit der Crazy Groove Big Band : ------------ 26.April 09 / Aula in Herzberg -------- 05.Juni 09 Osterode ---------- 14.August / Kloster Walkenried ------ 08.11 Herzberg Benefiz

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