Archiv-Seite 2

04
Feb
09

Give me nine – 2009

Ich sag es ja. Ein sensationelles Jahr dieses 2009. Erst Motivation pur beim Workshop, wo ich mich 6 Tage nonstop mit meinem Hobby beschäftigen durfte. Dann geht es mit der Big Band auch sehr erfreulich und erfolgreich weiter. Und dann erst die Generäle …… Wer mal einen verschämten Blick auf die Gig-liste  rechts oben geworfen hat wird sehen, das wir jetzt schon Ende Januar nahezu das ganze Jahr verbucht sind. Das gab es noch nie. Jetzt schon 6 feste Gigs und wir haben noch ein paar in petto. Und auch noch einer in England. War ja letztes Jahr schon angekündigt, aber so recht wollte niemand dran glauben. Jetzt ist es tatsächlich dazu gekommen. Na, da muß ich meine Texte noch ein bischen zuverlässiger lernen. Mit meinem Englisch-Kauderwelsch, was ich bisweilen von mir gebe komme ich in UK bestimmt nicht durch – Speziell bei Ballroom Blitz bin ich meistens zu faul den echten Text zu singen und bevorzuge die merkwürdige Lautmalerei, die ich mir in den 70er Jahren angewöhnt habe, als ich das Lied zwar mitsingen wollte aber keinen Dunst von der merkwürdigen Sprache hatte. Mal sehen was geht. In jedem Falle wird das wieder ein ausgiebiger Bericht an dieser Stelle.

Aktuell schreibe ich ja etwas weniger über die Generäle, aber wir befinden uns noch im Winterschlaf aber, wie gesagt, das ändert sich im Laufe des Jahres massiv.

Ach ja. Die Generäle werden 15 und Gösta hat schon die Denkkappe auf wie wir dies zünftig zelebrieren können.  Mal sehen was das wieder gibt.

03
Feb
09

Rau aber herzlich – Classic Jazz Workshop Teil 5 (von 7)

Da saßen wir nun wie jeden Abend in der Cavete, aber etwas war Anders. Kein Schlagzeug, kein Bass, kein gar nichts war auf der Bühne. Nur ein Stuhl und ein kleiner Tisch mit Mikro waren aufgebaut. Ich war noch nie bei einer Autorenlesung und schon so gar nicht bei einem Event bei dem ein etwa 70 jähriger für die Performance zuständig sein würde. Ich muss sagen ich war sogar etwas gespannt, denn niemand Geringeres als Fritz Rau würde in wenigen Minuten durch den Saal und auf die Bühne geschlappt kommen um dort Platz zu nehmen.  Ich hatten ihn schon bei seiner Ankunft im Workshop am Nachmittag gesehen und war doch etwas besorgt, ob er denn den Weg zur Bühne schaffen, geschweige denn den Abend auch würde durchziehen können. In der Tat war sein Gang etwas behäbig und er machte auch einen erleichterten Eindruck, als er sich dann auf dem Stuhl vor dem Mikro erfolgreich niedergelassen hatte. Kurze Verschnaufe und dann passierte die seltsame Verwandlung. Eben noch nach Atem ringend geschah etwas Merkwürdiges. Entweder lag es an dem Manuskript, das er  aus der Tasche gezogen und nun in der Hand hielt, also diesen schriftlichen Beweis seiner Taten der als eine Art Zaubertrank-Ersatz die Metarmorphose begünstigte, oder  es lag an der ungeteilten Aufmerksamkeit Aller im Raum die alle Gespräche verstummen ließ. In jedem Fall stand bzw. saß dort ein Fritz Rau, der in eben dieser Sekunde um Jahre verjüngt schien. Mit Blitzen in den Augen erhob er seine Stimme und begann mit folgenden Sätzen: „Ich komme nunmehr zum Ende meines Vortrages.“ Ääh. Mit anderen Worten es kommt jetzt nicht etwas eine fade Geschichte aus der guten alten Zeit, als die Männer noch Männer waren. Nein. Mit diesem Satz leitete er ein ca 70 minütiges Plädoyer für Abenteuerlust, Enthusiasmus, Nonkonfirmität und Eigeninitiative ein, die derart locker vom Hocker daher kam, das sich so mancher Zeitchronist, aber auch Comedian, eine Scheibe abschneiden könnte.

Für denjenigen der mit dem Namen Fritz Rau noch nichts anfangen kann, hier nur eine kleine Erklärung. Ohne diesen netten älteren Mann, wären wahrscheinlich niemals die erfolgreichen Künstlerimporte der letzten Jahrzehnte passiert und auf unseren Konzertbühnen würden sich im schlimmsten Falle immer noch ausschließlich die Heinos, Rudi Schurikes, oder Wildecker Herzkasperl aus heimischer Produktion tummeln (Hölle, Hölle, Hölle !).

Nach der „Entnazifizierung des kleinen HJ Fritze Rau durch den Jazz“ (Original-Zitat F.R.), hat ihn die Liebe genau zu dieser Musik bewogen, DER ERSTE und erfolgreichste Konzert und Festival-Veranstalter Deutschlands, ja Europas, zu werden.  Er hatte sie alle eingepackt und auf unsere Konzertbühnen gestellt. Die Elligtons, die Fitzgeralds, die Armstrongs dieser Welt lösten bei Ihm die Tickets gen Osten. Er war sogar der Erfinder des Re-Import Gedanken und hat mit seinen Europatourneen der Frau Marlene Dietrich das spätere PKW Vertriebsmarketing  revolutioniert. Zeitweise musste die Lufthansa Zusatzschichten schieben nur um den preisgekrönten Jazz-Nachschub in die alte Welt zu karren. Immer mittendrin und Best friend of all, der/das Mastermind Fritz Rau. Lippmann und Rau prangte damals auf den meisten wichtigen Konzertkarten und das über viele, viele Jahrzehnte. Dabei fing alles sehr klein an und genau dieser Beginn war Thema der Erzählungen. Man fühlte sich während des Vortrages, als ob ein guter alter Freund einen Schwank aus der Jugend erzählt und immer, immer wieder flammte der Enthusiasmus für die Musik und die Musiker auf, so dass man auch glauben könnte, er würde am kommenden Tag die Koffer packen und dann zeitgleich die Tourneen von Metallica und dem Glenn Miller Orchestra begleiten. Genregrenzen kennt er nicht. Ob in den Anfängen ausschließlich Jazz,  später Blues und dann Rock vertrieben wurden, egal, Mr.Rau war mittendrin. Lebende Musikhistorie der letzten 60 Jahre. Keiner hat sie so erlebt und keiner kann sie so amüsant erzählen wie Fritz Rau. Übrigens hat er für kommenden Jahres die nächste Story angekündigt. Nämlich als er in England ein paar Gören aus den Umkleideräumen von Muddy Waters entfernen musste. Ich glaube die Bengels hießen Mick Jagger und Keith Richards.

Lang lebe Sir Fritz Rau !!!!   

Noch 2 – Durchhalten !!!!

29
Jan
09

Sing me a Song – Classic Jazz Workshop Teil 4

Ich muss nicht erwähnen, das dass Ganze natürlich in erster Linie harte Arbeit ist und nichts als harte Arbeit :-) . Ganz besonders dann, wenn es heißt Instrumental-Einzelunterricht. Und zwar täglich. Und zwar schon um 10:30, was nach einer durch-jazzten Nacht nicht immer einfach zu bewerkstelligen ist.  Ich weiß nicht was die Damen und Herren Instrumentalisten so in den jeweils 1,5 Stunden getrieben haben, ich jedenfalls war in der Selbsthilfegruppe „der mehr oder weniger anonymen Sänger“ eingeteilt und das war so:

Erstes Treffen und es stellt sich heraus:  Dozentin ist eine ausgebildete Gesangslehrerin und die anderen Sänger/innen allesamt Schüler aus ihrem Vocal Bootcamp. Ausnahme : Ich , also kein Marburger und Autodidakt der ersten Stunde. Klasse, wieder mal kann ich mit Notenunkenntnis glänzen. Soviel zum ersten Eindruck, doch beim näheren Betrachten (ca. nach den ersten 15,6 Schreckmillisekunden), allesamt nette Leute mit Spaß am Singen (Blutsbrüder sozusagen). Sogar das Alien aus dem Harz wurde schnell und freundlich in die Sangesrunde integriert. Außerdem outete sich der 2te anwesende Sänger ebenfalls als Notenanalphabetiker. Ich sage ja Blutsbrüder – Howgh. 

Singen nach Tasten, völlig ungewohntes Terrain. Ulla (Dozentin und im Übrigen auch aktive und erfolgreiche Bühnenaktivistin in den unterschiedlichsten Zusammenstellungen) spielt den Ton und wir dürfen Singen. Schult Gehör und Zielsicherheit beim Tönetreffen. Ok. Das geht noch. Jetzt Übungen zum Warmsingen. Sieht für Aussenstehende ein bisschen albern aus, aber wirkt.  Kann ich gut gebrauchen, besonders wenn ich in der Rockwelt bei den Generälen wieder 2 Stunden Vollgas geben muss, und das scheint 2009, wenn ich auf den sich aktuell füllenden Terminkalender schaue, auch häufig zu passieren

Aber jetzt liegt Etwas vor mir „Schwarz auf Weiß“ : Scatten für Anfänger. Die ist nichts Unanständiges, es sei denn, ein Instrumentalist denkt , dass der Sänger ihn damit auch noch aus der letzten Domäne der Konzert-Hierarchie verdrängen will : dem Solo.  Ja, ein Solo mit dem Mund. Wat, nun? Wat tun ? Aufschluß gibt das geschrieben Wort : „Ba Du Dot, Due ja Due jah Du  ……“. Was sich so anhört wie das Jodeldiplom für den angehenden Ex-Tomaner Chorknaben, ist in der Tat eine anerkannte Niederschrift in diesem Bereich und sehr gebräuchlich.  … und ätzend schwer in meinen Schädel zu bekommen. Das Ganze gibt sprachlich einen Rhythmus vor, der auch noch entsprechend sauber betont werden will. Dieser über mehrere geschriebene Zeilen, sich permanent verändernde, Zungenbrecher muss dann auch noch in einer Akkordfolge untergebracht werden. Und , wir sind ja 8 Sänger, auch noch schön mehrstimmig. Wat’n Stress.

Nach einigen Sessions hat man das dann endlich halbwegs gefressen und plötzlich heißt es ganz nebenbei: So, und Das machen wir beim Abschlusskonzert und dann darf jeder mal ein Solo machen. Denkt Euch schon mal was Feines aus. „Wie bitte !!!!!! Dankeschön Ulla“ Ich mach ja Alles gerne mit, aber da habe ich ja immer eine kompetent spielende Instrumental-Band im Rücken, bei der ich mich bei Bedarf verstecken kann. Und jetzt ?!? Den Anderen geht es offensichtlich genauso und ein Raunen geht durch die Menge. Letztendlich hat sich unsere Solidargemeinschaft Sangeslust doch noch wehrlos in die Nummer reinquatschen lassen und so nahm das Unheil seinen Lauf.

 Fortsetzung folgt immer noch

26
Jan
09

Das wird ein Nach-Spiel haben – Workshop Teil 3

Nach dem Gig ist vor dem Gig. Was für Leder-Schubserei gilt, gilt auch für den Mucker im Allgemeinen. Und im Marburger Jazz noch viel mehr, denn direkt nach dem Konzert geht es weiter und zwar zum Jazzen in die „Cavete“. Man hat mir zwar erklärt was „Cavete“ heißt, aber zu dem Zeitpunkt musste ich noch ein paar andere Dinge gedanklich verarbeiten, so das ich die Erklärung schon wieder vergessen habe. Konkret ist das aber ein Ort, an dem jeder, der sich in irgendeiner Form bewogen fühlt, auf die Bühne klettert  und in fröhlicher Runde einen zum Besten gibt. Und das während der kommenden 5 Tage an jedem Abend der laufenden Woche und bis zum Umfallen.

Als wir nun das erste Mal die Herrlichkeiten dieses Jazzer Walhalla betraten, bot sich dann auch ein Bild, dass sich ab sofort jeden Abend wiederholen würde. Ein Raum mit Theke (Nichts ungewöhnliches, der Musiker will ja leben und genießen) und einen weiteren Raum mit einer kleinen Bühne und davor ein Bereich für Anwesende. Ich sage absichtlich nicht Zuhörer, da die meisten dort Ausharrenden nur zum Teil aus Publikum bestand. Der Rest war, deutlich erkennbar an den mehr oder weniger großen Instrumental-Schatullen, offensichtlich in der Warteschleife für die nächste Session Kombination, die alsbald die Bühne erklimmen würde.  Klavier, Kontra-Bass, Gitarrenverstärker und Schlagzeug waren vorhanden und mussten besetzt werden, was dann das immer gleiche Ritual ablaufen ließ, wenn sich mal wieder eine Spontan-Kapelle von der Bühne verabschiedete. Die ersten Mutigen schälten sich aus dem Rund der Anwesenden und besetzten die bevorzugten Instrumente. Dann betrachtete man zunächst die sich eingefundene Gruppe und analysierte die Besetzung. Man stellte  schnell fest, welches der Basis-Instrumente noch verwaist war und der schweifende, suchende Blick in die Runde führte zumeist schnell zu einer Neubesetzung derselben. So, die neue Combo war geboren, jetzt galt es sich auf ein Stück festzulegen. Dies ist anders als bei Rocksession, wo meistens einfach ein Bluesschema genommen, auf dem dann ellenlang rumgeniedelt wird, wobei zumeist dann nur die Gitarristen oder Keyboarder zum Zuge kommen. Im Jazz an sich, geht es darum sich auf einen Standard zu einigen. Dies sind Stücke (1500 an der Zahl), die scheinbar in einer Art Bibel festgelegt sind und auf die man sich immer berufen kann. Die Struktur dieser Stücke besteht oft aus 2 Teilen (manchmal 3) die dann durch Akkorde festgelegt sind. Dieser Katalog der Jazz-Standards hat dann auch keine Noten (Was mir ja eigentlich entgegen kommt) sondern sieht mit seinen Akkordfolgen eher aus wie die Otto-Katalog Version von Käsekästchen  oder eine Art Schülke-tafel für Musiküsse. Egal, jedenfalls sagt einer „Kennt Ihr …..“ und die anderen sagen  „Logo“, oder „Klar“ oder „Ne, wie geht ?!?!“ in letzterem Falle werden dann nur kurz die Akkorde ausgetauscht und der Ablauf, z.B. „A-A-B-A-B“ , dann noch die Tonlage, was dann wieder die Akkorde selbst beeinflusst, und ab geht’s. Was soll ich sagen, spätestens nach dem ersten Durchlauf haut das hin, als ob sie noch nie etwas anderes in dieser Zusammensetzung gespielt hätten. Was ja auch stimmt, eigentlich.

Wenn erst mal die Einheit passt, beginnen die Improvisationen und zwar wird reihum zugeteilt, so dass jeder Mitspieler letztendlich sein Ding machen kann. Sind alle durch, endet das Stück undter großem Beifall der „Zuhörer“ und es beginnt das Ritual aufs Neue. Herrlich mit anzusehen, wie auf diese Art und Weise immer neue Bands entstehen und vergehen. Mal nur Beginner, dann wieder die Barrell-Häuser Profis , die mittlerweile auch nahezu vollständig aufgelaufen sind, aber zumeist eine Mischung aus beiden Lagern und immer mit größtem Spaß am gegenseitigen Zuspielen und Zuhören. Ich glaube hier liegt der Reiz des Jazz, das dass Neuentstehen auf Standards durch diese Neukombination immer spannend ist und bleibt, ob als Spieler oder Zuhörer. Apropos. Ich kann gleich vorweg nehmen, das ich mich alle Abende davor gedrückt habe mitzumischen. Aber nächstes Jahr lasse ich den Feigling in Seesen und werde meine Stimmbänder zum Jam vibrieren, denn den Spaß lasse ich mir nicht noch mal entgehen.

 Fortsetzung folgt.

22
Jan
09

and it hurts – Au Backe

Dabei wollte ich meine Erinnerungen an den Marburger Workshop so frisch gebrüht wie irgend möglich auf den Tisch bringen. Pustekuchen. Seit Montag diese Woche habe ich zwei Fremdmaterialien im Körper, die bei der nächsten Flugzeugbesteigung unweigerlich ein Piepen auslösen werden. Man hat mir 2 Metallstifte in den Kiefer gebohrt. Ich dachte das stecke ich besser weg (Hm, gutes Wortspiel eigentlich !?!) aber ich bin noch immer ein bisschen daneben und es fallen mir keine positiven Gedanken ein. Mal sehen wann der alte Indianer in mir, der, der keinen Schmerz kennt, aus seinem Kurzurlaub zurückkehrt, damit ich das Begonnene beenden kann.

Schmerzgekrümmte Grüße

Brosi




Nächster Gig

Mit General Daniels : ------------------ 23.Mai 09 / Braunlage ---------- 11.Juli 09 / Bornum Rock ----------- 21.August 09 / Harzgerode ------------ 03. Oktober 09 / MC Lahstedt ----------- 28.November 09 / Wir singen zum Advent ----------- =========================== Mit der Crazy Groove Big Band : ------------ 26.April 09 / Aula in Herzberg -------- 05.Juni 09 Osterode ---------- 14.August / Kloster Walkenried ------ 08.11 Herzberg Benefiz

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