By brosi

Let me entertain you / Walking by myself / Juke Box Hero / Gimme all your lovin / Eye of the tiger / Whiskey in the jar / Long live Rock n Roll / Aint talkin´ bout love / Dancing in the moonlight / Highway Star / Rebell Yell / Perfect Stranger
My Sharona / Hammer to fall / You really got me / Black Night / Paranoid / Summer of 69 / Sunday, Bloody Sunday / I want you to want me / Ballroom blitz / Rocking all over the world / Radar Love / Have a nice day
Smoke on the water / Goodbye

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04.12.2006 Advent – … when the smoke is going down 1Dezember der 3te, Sternenzeit 1 nach der Großen Eruption. Logbuch der General-kommandantur, Eintrag 0815. Wir befinden uns im gefühlsfreien Raum fernab jedweder Zivilisation und umkreisen 3 tief purpurfarbende Monde im Sternenzeichen des Alka Setzer. Das Schiff und die Mannschaft treiben zufrieden durch die Weiten des Rock und Roll Universums trotz unserer Schädel, die so groß sind wie Planeten die nie ein Mensch je zuvor betreten hat. Die Schlacht war geschlagen und alle Kampf-Spuren waren so weit es ging beseitigt. Keine größeren Ausfälle zu verzeichnen nur einen treuer Kameraden mussten wie kopflos auf dem Schlachtfeld zurücklassen – aber dazu später.
Sonntag minus 3 : Trainingslager
„Jungs – Ihr wisst was auf uns zukommt. Ich will das sich Jeder am Riemen reißt und Alles gibt ! Nur wenn jeder Einzelne über sich hinaus wächst haben wir eventuell eine Chance das zu überleben“. Drill-Sergeant Gösta! wusste uns zu motivieren. Er war sich der Gefahr wohl bewusst in der wir uns befanden und musste deshalb noch mehr als sonst das Training vorantreiben. „Los ran an die Geräte, Ihr faulen Säcke, Ich will was hören !!!“ „Jawoll, Sir Drill-Sergeant, Sir“ kam es wie aus einem Mund, aber das war es nicht was er hören wollte. „Und.., Männer ?!?“ Er sah uns auffordernd an und schließlich begriffen wir „Prost, und hau weg die Kacke“ – „Jawoll, so wird das was! Und wenn Ihr fertig seid wollen wir nachher noch ein bisschen Musik machen !!!“ Ja. Ja er hat schon ein gutes Herz und er weiß auch, das wir nach dem harten Training brauchen.

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Nach der Pflicht nun die Kür. Es galt die Parole, nur die Sachen üben die noch nicht so klappen. Wir fangen von Vorne an und spielen die Stücke wo noch Probleme sind, den Rest lassen wir weg. „Entertain.. „ müssen wir probieren wegen dem neuen Intro. „Walking…“ geht gleich in den Anschluss. Die 2 Stücke sind quasi 1. „Juke Box ..“ ist halbwegs neu, muss noch mal aufgefrischt werden …. Moment mal wir spielen ja fast das ganze Programm. Ralf drückt auf die Tube und setzt den Rotstift an. Das – Nö, Das – Nö, Das – … usw. Letztendlich haben wir im Schweinsgalopp dann doch noch unsere Problemzonen identifiziert und durchgespielt. Alles läuft letztendlich auf einen Punkt hin den Alle schon insgeheim befürchtet haben. Panik macht sich breit und dann passiert es tatsächlich. „Goodbye“ „Oh Gott“ höre ich Claus sagen und Rainer sagt “Kommt Jungs, da müssen wir durch. Es hilft Nichts“ Was Weihwasser für den Teufel, Fleckenentferner für einen Original Picasso, oder alkoholfreies Bier für Gösta sind, das ist ein Pop Song für eine Rockband : Ein Martyrium. An dieser Stelle hört man Ralf immer sagen „… und das schwule Entertain you muss auch raus!“ Harte Männer bei der Arbeit, da fliegen die Fetzen. Aber wenn das Lied dann läuft werden die harten Kerls ganz sanft und gehen in sich. Zumindest sieht es so aus wenn sie verzweifelt versuchen sich die Noten und die Abläufe in das Gedächtnis zu rufen.

So, auch das ist geschehen und jetzt heißt es die Anlage für den Transport in die Schlacht vorzubereiten. Ich weiß nicht warum die Anderen sich so anstellen. Ich habe damit keine Probleme . Ich nehme mein Mikro. Packe es in den Koffer und fertig – Ready to go. So geht das – Also hört auf zu jammern Ihr Memmen. Nehmt Euch ein Beispiel an mir.
Morgen geht’s weiter um 13:30 bei Gösta : Uhrenvergleich und Zapfenstreich.

05.12.2006 Advent – … when the smoke is going down 2
Sonntag minus 2 13:30 Uhr. Der vereinbarte Termin. Der vereinbarte Ort. Jetzt gilts, die Operation läuft an. Treffpunkt Generalhauptkommando Seesen Nord/West – Kirchberg – da wo der Teich zu Ende ist und der große, immer volle Wagen vor der Türe steht. Noch bevor ich das abgestimmte Klingelsignal (Je taime in G-Dur) morsen kann, springt mir Janus der Torwächter entgegen. Schau an, die reißende Bestie hat eine eigen Tür in der Tür. Raffiniert – eine bessere Frühwarnstufe habe ich nie bisher gesehen. Gut das ich die Parole kenne um die Gefahr zu bannen „Na du Zwerg, ist Herrchen zu Hause“. Kaum ausgesprochen verwandelt sich der Werwolfgleiche Angreifer zurück in seine Tarnung, einen Zwergrauhaar der niedlichen Sorte. Mittlerweile hat man mein Kommen bemerkt und ich konnte eintreten. Schau an , der Torwächter hat noch andere Tricks darauf. Soeben hat er sich in eine grau-getigerte Katze verwandelt – Genial. Egal. Gösta und Olli sind bereits vor Ort. Sie waren bereits am Vormittag unterwegs gewesen die Anlage zu beschaffen. Inkognito aber legal. Den Turmbau zu Babel haben Sie bereits auf das Schlachtfeld geschafft. „Rainer schlägt rücklings wenn er die Teile sieht, aber die hatten nicht Kleineres!“ Der arme Kangoo der den Kram samt Hänger von Goslar nach Kirchberg knechten musste tut richtig leid. Claus kam mittlerweile auch hereingeschneit so dass die erste Angriffswelle laufen konnte.

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Ortwechsel. Das erste Mal seid einem Jahr zurück in den heiligen Hallen des Kornspeichers. Hier soll es also passieren. Die Iden des März, die Schlacht um den Elbenwald, das Konzert der Konzerte. „Haben wir den überhaupt schon ein Paar Karten verkauft, damit sich der ganze Stress lohnt?“ Gösta sagt „ja“ ich frage „wieviel?“ Gösta sagt „Ausverkauft“ Ich sag „Gösta“ er sagt „Wot“ ich sagt „Gösta“ er sagt „Wot“ Ich sag „G…“ Schluß, es geht mit mir durch. (Zuviel 80er Pop-Mucke gehört in letzter Zeit. Sorry). „Ausverkauft !!!“ Welch Wohlklang dieser Worte, wir, die kleine tapfere Band aus dem Vorharz sind „Ausverkauft !!!“. Keine Maus geht mehr rein. Nicht eine, nicht mal ne kleine, Nicht mal der kleinste zwergenwüchsige Schwippschwager einer Maus geht mehr rein. Andere haben fertig wir haben „Ausverkauft !!!“ Nullo, Niente; Nada, Nichts geht mehr rein. Ausverkauft !!! Lasst uns niederknien selbiges zu preisen . „Ausver…“- Tschuldigung.
Zurück zu unserer Mission. Es gibt Probleme in der Abstimmung. Erst der Nachschub oder erst die Palisaden. Die funktionierende Logistik beantwortet die Frage. Der Proviantmeister steht vor der Tür und erbittet Einlass. Es kommt wie es kommen musste: Das Bier und zwar gekühlt. In einem großen Behältnis. Der Kühlwagen bewahrt uns davor den ganzen Kram gleich in die Hütte zu schaffen. Ein Cleverle der Gösta: Ja wenn es darum geht Arbeit aus dem Weg zu gehen, da weiß er wo der Hammer hängt. Der kostbare Anhänger wird strategisch in Position gebracht und getarnt. Man weiß ja nie. So, auf geht’s nach Seesen, die Bühne muss geholt werden. Zuvor noch rasch das locker drapierte Mobiliar zur Seite rücken und Platz für das Epizentrum schaffen und schon geht es los.
Das Einladen der unhandlichen Bühnenteile geht immer nach dem gleichen Ritual (Das muss so sein, um den Gott des Performing gnädig zu stimmen – Was besonders bei unserem Bühnen-Derwisch Claus immer von Vorteil ist).
Schlüsselmeister rufen. Parole sprechen „Wieviele diesmal“ „Acht“ „Große Füße“ „Nein, die Kleinsten“ “Damit wollt Ihr das transportieren“ „Logo“ „OK“. Nachdem dieses Einstiegs Mantra erfolgreich absolviert wurde, kommt der körperbetonte Teil. Das erste Objekt wird von 2 Personen genommen und zum Fahrzeug getragen um dort mit möglichst ungelenken Bewegungen abgelegt zu werden. Das nächste Objekt wird auf gleiche Art und Weise bewegt allerdings wird hier bei Aufeinanderlegen noch das eine oder andere Körperteil gequetscht. Auch dies gehört zur Vollständigkeit diese wichtigen Rituals wie übrigens auch das permanente aussprechen von leise vorgetragenen Zauberformeln wie: „Scheiße sind die Dinger schwer“ oder „Warum kann ich mir eigentlich kein anständiges Hobby suchen“.
Das Ausladen und Aufbauen bereitet natürlich genauso viel Vergnügen und so geht die Arbeit leicht von der Hand.
So, PA und Bühne sind vor Ort. Trinkbares ist vorhanden´. Nun noch die „Backline“ holen. Bei Musikern ist das genau wie im EDV Bereich. Alles braucht seinen Fachbegriff. Eine Backline besteht, wie jeder weiß aus : Sidefills, Wedges, Amps, und anderem nützlichen Zeugs. Nicht zu vergessen das Rack mit dem Delay und das Drum, den Mikes und noch vielen anderen Dingen die auch noch solch lustige Namen haben. Glücklicherweise brauchen wir aber auch noch Dinge die ich ohne Handbuch „Mucker-Deutsch, Deutsch-Mucker“ identifizieren kann. Lampen und die zugehörigen Ständer, Gitarren, schwarze Tücher die man an die Wand hängt damit das schön aussieht usw. aber auch das gehört halt zur „Backline“ . Rin in den Wagen und ab nach Kirchberg.
Rainer und Ralf sind mittlerweile auch aufgetaucht und stecken lustig die angeschleppten Einzelteile zusammen, das es, so glauben sie, hinterher wieder schön aussieht. Ach ja, klingen soll es auch aber im Augenblick soll es nur funktionieren, denn Soundcheck ist morgen.
Morgen geht’s weiter um 9:30 bei Gösta : Uhrenvergleich und Zapfenstreich

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06.12.2006 Advent – … when the smoke is going down 3
Sonntag minus 1. 1 Hälfte des Tages. Die letzten Vorbereitungen
Ich bin zu vereinbartem Termin an vereinbartem Ort. Kommandozentrale am kleinen Teich. Diesmal muss ich aber nicht am Torwächter vorbei, diesmal kommt mir der ganze Tross bereits entgegen. Auf geht es wieder zum Ort des Geschehens, wo am Abend das Unausweichliche geschehen wird. Wir wollen unseren Vorteil wahren und das Schlachtfeld so präparieren, das wir die geografischen Gegebenheiten derart geschickt zu unserem Vorteil nutzen, um den Gegner in einen Hinterhalt zu locken. Nur so, glauben wir, werden wir den Hauch einer Chance haben, das vor uns Liegende halbwegs heil zu überstehen. Jeder Einzelne von uns weiß was das heißt : Soundcheck – Das böse Wort mit den 10 Buchstaben. Da stehen wir nun Reiner, Ralf, Gösta, Claus und meine Wenigkeit und erwarten den Zeremonienmeister für diesen Teil der Vorbereitungen. Ihm eilt der Ruf voraus seine Aufgabe äußerst sorgfältig abzuwickeln und um das zu erreichen, geht er mit brutalster Rücksichtslosigkeit zur Sache. Der Herr der Tausend Knöppkes: DocMarc himself betritt die Szenerie. Während wir uns auf die bevorstehende Aufgabe mental vorbereiten. Hierzu verwenden kleine Übungen die den Körper und Geist in Einklang bringen sollen: Transzendentale Meditation im Schneidersitz, Schattenboxen nach dem Ritus der Jedi-Ritter, Laufen über glühende Gummibärchen und natürlich das Abhören der Bandhymne „Lebt denn der alte Holzmichel noch“.
Während wir noch mit der Einstimmung auf den Soundcheck beschäftigt sind, hat sich bereits von Allen unbemerkt das Amazonen-Geschwader aufgemacht die andere Geheimwaffe des Abends vorzubereiten. Die Tische werden in die strategisch richtige Ausgangsposition geschoben. Mit ca. 5 Tonnen Grün und Bunt wird mittels Kerzen und anderer christlicher Symbolik eine Tarnung angebracht die durch den so entstehenden weihnachtlichen Gesamteindruck die später einlaufenden Massen geradezu automatisch entwaffnen wird. Was soll ich sagen – Super. Wenn wir hier keine Unterstützung hätten, na dann gute Nacht. Die wichtigsten Dinge geschehen immer von Allen unbemerkt. Und auch auf diese Helfer wird noch eine weitere Aufgabe lauern – aber dazu später.
Mittlerweile Steht Ralf in den Startlöchern, bzw. sitzt an seinem Schlagzeug (tschuldigung) Drum. Die Bass-Drum (Pauke 1) wird eingestellt. Läuft prima. Nach 30 Minuten hört sich das Ding an als ob Clementine mit einem alten Kochlöffel auf einen leeren Ariel- Karton eindrischt. Die Unruhe wächst – DocMarc bleibt cool „Ich habe letztens eine Schädeldecke mit einem Treibhammer geöffnet. Das hatte sich zunächst auch so angehört“ Sprach’s, drehte einen kleinen geheimen Knopf und siehe da, heraus kam ein knackiger Punch (Das was beim Disco-Besuch immer so schön in die Bauchnabel kribbelt hat) wie es sich gehört für eine ausgewachsene Bass-Drum. Nun die 2te Bass-Drum, und die Snare (das, was der Spielmannszug-Trommler immer waagerecht vorm Bauch trägt) – Fertig nach nur 1,2 Stunden. Neuer Rekord.
Reiner ist der nächste. Er hat seine Geschütze schon in Stellung gebracht und heraus kommen die ersten Salven. Erst ohne PA (Das ist die Kurzbezeichnung für die riesigen, aufgetürmten Schachteln, rechts und links von der Bühne die laut machen) , dann mit PA: Schön und laut. Jetzt Claus: Schön und weniger laut. Jetzt Gösta: Laut. ……..ja – und auch schön. PA runter und den Bühnensound einstellen. Alle zusammen zwo drei vier. Als das zusammengeht wird die PA wieder hochgefahren. DocMarc absolviert mittlerweile ein Marathontraining, da sein Arbeitsplatz quasi hinter der Bühne, der Bereich wo er seine Arbeit aber beurteilen kann, vor der Bühne ist. Nach einer Weile steht das Ganze.
Dieser Abschnitt ist überstanden jetzt kommt noch die Königsdisziplin. Gesangsmikros und um die Sache noch ein bisschen komplizierter zu machen, mein kleines Spielzeug mit den vielen Knöpfen. Gesangsmikros haben die Aufgabe den leisesten Teil einer Band hörbar zu machen. Da keine Hilfsmittel wie Verstärker oder Schlaghilfen genutzt werden können, ist ein dünnes Stimmchen halt einsam und verlassen und braucht gewaltige Unterstützung. Jetzt ist allerdings das Problem, das ein laut aufgerissenes Mikro auch noch die anderen, bereits lauten Instrumente einfängt. Und hier beginnt das Problem, das sich zumeist in einem infernalischem Gepfeife darstellt. Pfeifen heißt in diesem Falle Feedback oder Rückkopplung. Pfeifen ist auch ein Feedback seitens des Publikums um sein Unwillen auszudrücken. Ich hoffe beide Arten von Feedback können wir heute Unterdrücken. Das technische hat DocMarc jedenfalls relativ schnell im Griff, auch wenn mein kleines knopfbewehrtes Kästchen zu meinen Füssen ihm einige neue Graue Haare beschert hat.
Es ist 14:30 noch 5 Stunden 30 Minuten. Der Countdown läuft. Jetzt gilt es nur noch die Täuschungs-Utensilien anzubringen. Lustige Lichter in allen Farben, die blenden sollen und bei Fluchtbedarf einfach abgesenkt werden um den Schauplatz in Dunkel zu tauchen. Als besondere Geheimwaffe haben wir diesmal, um einen möglichen Rückzug zu sichern, einen Nebelwerfer Typ Avalon. Ein Knopfdruck und wir haben die Original Smog-Situation wie ein typischer Sommertag in Los Angeles. Groovy.
Mittels Teppich und dem materialisierten Zaubertrank und Allheilmittel aller Mucker, dem Gaffa-Tape (eigentlich Textilklebeband, aber das klingt langweilig) werden noch die Fallstellen kaschiert und das war es dann. Wir haben Alles was uns möglich war getan. Jetzt kann nur noch der Mucker-Gott das Schicksal lenken.
Wir trennen uns noch einmal um jeder für sich die mentale Vorbereitung auf den Abend vorzunehmen. Nächsten Treffen 18:00 Uhrenvergleich und Ab.

07.12.2006 Advent – … when the smoke is going down 4
Sonntag – 1 : 18:00 Einmarsch der Gladiatoren
So, die Zeit ist reif. Alles was möglich war ist vorbereitet. Alles auf Ausgangsposition. Olli übernimmt das Catering. Er ist als Herr der Würste für die feste Nahrung zuständig. Nachdem er dieses Jahr einen Platz im Geschehen, also hinter der Theke ergattert hat, hat er auch gleichzeitig noch die Ehre den flüssigen Nachschub aus dem Kühlwagen logistisch zu betreuen. Für die Flüssige Nahrungsausgabe haben wir die original Ausgabe von „3 Engel für Charlie“ – Nett, flink, fröhlich, fleissig und äußerst nett anzusehen. Das würde definitiv den Umsatz ankurbeln, wenn die Getränke nicht eh kostenlos wären – Ich glaube unsere Strategie ist diesbezüglich irgendwie nicht sehr auf Gewinn ausgerichtet. Aber es ist ja Advent und wer verliert da schon Gedanken an den schnöden Mammon. Apropos Kohle: Gösta und Claus sind schon an der Kasse und erwarten den Ansturm. Wir sind zwar hoffnungslos ausverkauft, aber einige haben sich Karten reserviert und die gilt es an der Kasse abzuholen. Außerdem muss Gösta auch noch sein genial ausgeknobeltes Eintrittsystem erklären: Du bekommst beim Bezahlen eine Karte und ein Button. Wenn Du rein willst, gibst Du die Karte ab, bekommst einen Stempel und musst bei einem Butterbrot auf dem Rücken liegend den Kanten abschneiden. Wer sich dabei in den Finger schneidet hat mit einem Abschiebeverfahren zu rechnen oder darf weder über Los noch 5000 Lira einziehen. Und was soll ich sagen: Es funktioniert. – irgendwie.
Die musikalische Parole zu diesem Zeitpunkt lautet : Weihnachtslieder, doppelte Dröhnung. Alle nehmen’s mit Humor und die Biere gut gekühlt. Die 20 Kästen können der ersten Angriffswelle nicht standhalten und ergeben sich kampflos. Das fängt ja gut an, aber die Logistik ist bestens gerüstet. Olli und seine 3 Engel haben nicht mal Schweißperlen auf der Stirn.
Reiner hält inzwischen ein hütendes Auge auf die immer größeren Menschentrauben die aufmarschieren. Keiner kommt an Ihm vorbei, der nicht einen Button und einen Stempel hat. In einem früheren Leben war er bestimmt Türsteher in einer antiken Senats-disco im Alten Rom oder Freier-Winker in St.Pauli.
Unruhe macht sich breit. Es hat sich eine Vorgruppe angekündigt. Wie jetzt ?!? So spontan ? Ich dachte Genesis gehen erst nächstes Jahr auf Tour ? Nein, Entwarnung. Vor dem ersten Set kommen die Bläser aus Kirchberg zum Zug um auf die ihnen unnachahmliche Art ein Potpourri aus 2 Weihnachtsliedern zu kredenzen. Der Beobachter würde wieder schreiben: „Ein Genuß für Hammer und Steigbügel“ dem kann ich nichts Sinnvolleres mehr hinzufügen.
Gut denn, der geänderte Ablauf ist jetzt klar.
Blasen – Vorspiel – Loslegen – Könnte mir gefallen – Den anderen auch. Abgemacht.
Gegen 21:00 soll es losgehen. Noch gut 40 Minuten. Also noch ein bisschen unter die Menge mischen. Freunde vollsülzen, von den Aufnahmen vorschwärmen, nervös hin und her laufen. Das Übliche halt. Die Zeit vergeht. Noch 20 Minuten. Wo sind eigentlich die Anderen? Kasse ist anders besetzt. Reiner spielt auch nicht mehr den Torwächter. Alle weg. Gekidnapped von Ausserirdischen ? Nein in der Küche haben sich alle versammelt nicht nur zur mentalen Vorbereitung sondern, nein, auch um Gösta’s Drohung war zumachen. Der Plumpsack geht um. Die Jungs schmieren sich tatsächlich so ein schwarzes Zeugs ins Gesicht. Gösta sagt „Lecker Schminke auf hautverträglichkeit geprüft und absolut regenabweisend“ aber das sieht so aus als ob er nur seinen alten Edding loswerden will, weil die ganzen Lösungsmittel bereits weggeschnüffelt sind. Ich sage noch „Nicht mit mir“ und bekomme zur Antwort. „Nee, Du siehst auch schon so beknackt genug aus“ Du bekommst aber was Anderes. Oha, was kommt jetzt ?!? Nein. Nicht diese beknackte Adonis Schürze zum Grillen und dann noch einen 45 Meter langen roten Schal. Ich denke noch „Bayern München – niemals“ aber es handelt sich um eine original Kirchberger-Patrioten-Schärpe die er mir sogleich um den Kopf zwirbelt. Ralf ist in der Zwischenzeit auch aufgetaucht und mit schwarzen Fruchtbarkeitssymbolen geschmückt. Na prima so wollen wir auf die Bühne. Gösta als Kohle-Schlumpf, Claus als Gothik-Pippi-Langstrumpf, Ralf als wandelnde Primatenmalerei, Reiner als Rüdiger Nehberg im Schlammtempel und ich als Grillvater Jahn. Das kann ja nur ein Erfolg werden – So sehen seriöse Rockmusiker nun mal bei der Arbeit aus.
2 Minuten vor Neun. Die Spiele können beginnen.

12.12.2006 Advent – … when the smoke is going down 5
Jetzt zählt’s. Die Bläser blasen sich die Seele aus dem Leib. 2 Stücke lieblicher, weihnachtlicher Weisen hüllen den Saal in ein eine stimmungsvolle Mischung aus kindlicher Vorfreude und gespannter Nervosität. Kaum sind die letzten Töne verklungen, die von den Zuhöhrern mit anerkennendem Beifall bedacht werden, startet DocMarc das Intro. Aus den Lautsprechern hört man jetzt einen hysterischen, unbekannten Zeitgenossen, der offensichtlich unter Zuhilfenahme irgendwelcher toxischer Substanzen eine Story über den artgerechten Umgang mit einer Fender Gitarre von sich gibt. Untermalt wird das Ganze mit allerlei derber Geräuschkulisse. Die Kollegen haben sich mittlerweile von allen mehr oder weniger unbemerkt auf die Bühne geschlichen und lauern dort auf den Einsatz. Gösta startet noch einmal die Nebel von Avalon und taucht die Szenerie in einen undurchsichtigen Schleier, den selbst der populärste Brennetag nicht besser hinbekommt. Die Lampen werden langsam hochgefahren. Aus den Lautsprechern tönt der Fendermann „You’ve got a hell of a lot to learn about Rock’n’Roll“. Das ist das Stichwort. Ralf zählt an und auf den Punkt starten die Jungs Das, warum wir den ganzen Aufwand überhaupt betrieben haben : Showtime.
„Let me entertain you“ ist das Motto und die Jungs hängen sich voll rein. Die ersten Akkorde laufen ohne mich. Ich komme erst auf den Punkt mit der ersten Stophe. Ich weiß das Ralf es hasst, wenn ich meinen Einsatz verzögere, aber diesmal muss es sein. Während die Anderen, wie bereits erwähnt, den schwarzen Mann geben, muß ich mit dieser unsäglichen Grillschürze auf die Bühne. Wie soll ich sagen, das Dekor ist, ähem, etwas gewöhnungsbedürftig. Ich mach ja gerne Alles mit und komme so auf die Bühne, aber den ersten Ton singe ich nur wenn ich das Ding wieder losgeworden bin. Auch ein grauer Panter hat seinen Stolz. So. fertig. Die Kirchberg-Schärpe behalte ich an. So geht das. Kurz orientieren. Da ist das Mikro, da ist mein Wasser, da ist das Publikum, zwar noch etwas entfernt, aber das kommt schon noch, wie immer. Wo ist Claus mit seinem Riff? Ok. 1… 2… 3… und: „Hell is gone and heavens here ….“ Ab geht die Post. Die Bühne ist wie immer zu klein. Ich muß mich orientieren, dass ich keinem den Mikro-Ständer überziehe. Es dauert nicht lange, dann kommen die ersten etwas näher. 3 oder 4 sind sofort bei uns. Danke, das nenne ich Einsatz (Hallo Ronny, Du bist einer der Ersten. Die Namen der anderen 3 kenne ich leider nicht, aber es ist eine nette dunkelhaarige nebst Begleitung dabei). Das 2te Stück „Walking by myself“ wird direkt ohne Pause von Ralf eingeleitet. Im Vorspiel nutze ich die Gelegenheit für eine kleine Begrüßung, die aber erfahrungsgemäß, ob meiner immer hektischen Aussprache, auch diesmal völlig untergeht. Es kommen noch ein paar nette Menschen ebenfalls etwas näher an die Bühne, aber die größere Traube hat sich im hinteren Bereich der Tanzfläche gesammelt und lässt noch gebührenden Abstand zu der ersten Zuschauerfront. „Juke Box Hero“ – Gösta pumpt den Bass und Claus setzt die Akzente. Mal sehen ob ich diesmal den Einsatz richtig setze. „Chacka – Du schafft es“ – … und tatsächlich es funzt. Schöne Dynamik in dem Stück. Macht richtig Spaß heute. Erste Erholung für die Stimme: „Gimme all your lovin“ .Da muß ich beim Gesang nicht immer Vollgas geben. Ich hatte mich die letzten Tage bereits mit allerlei Husten-Naschwerk gedopt, da bereits seit Mittwoch eine Influenza an die Tür klopfte und drohte jederzeit auszubrechen. Nach dem aktuellen Motto: „Jetzt wird’s feucht im Mund“ warf ich ein Wick ein und weiter ging es zu neuen Ufern. Ansage: Boxen. Hiermit kann ich in der letzten Zeit immer prima auf den nächsten Song überleiten – RTL sei Dank. Außerdem war es das allererste mal überhaupt, das ich Marketing für eine eigene CD betreiben konnte. Na, ja unserer Aufnahmen „The early tapes“ wollten halt marktschreier-technisch angekündigt sein. Passte ja, weil „Eye of the Tiger“ ist dort ja auch in der uns eigenen Version vertreten. Nach dem Stück ist vor dem Stück. Anstatt meines üblichen BlaBla beginnt Reiner gleich mit den ersten Tönen des so markanten Einstieg-Solo von „Whiskey in the Jar“. Komisch, früher mochte ich diese Lied überhaupt nicht, aber jetzt macht es echt Spaß. Die Tanzfläche wird immer voller. Alle Lücken haben sich, sofern ich es von der Bühne beobachten kann, völlig geschlossen. Ich glaube Alle haben ihren Spaß. Wir auch und das dokumentieren wir gerne mit dem folgenden Statement „Long Live Rock’n’ Roll“. Jawoll, lang soll er leben und hoch, dreimal hoch. Und um das zu unterstreichen, schieben wir noch einen netten Van Halen Klassiker hinterher „Ain’t talking `bout love“ wobei Reiner den Eddi Riff mittlerweile so verinnerlicht hat, das er den gleichen, originalen Sound auch auf einer Mandoline oder einem Kinder-Xylophon erzeugen könnte.
So, jetzt wird es Zeit etwas runter zufahren. Völlig anderer Groove. Ralf und Gösta swingen sich in den Beat zu „Dancing in the moonlight“ Der Lauf hält nahezu während des gesamten Stückes und ist eine gute Vorbereitung für den Endspurt des ersten Sets. Ich weiß nicht warum, aber irgendwann habe wir herausgefunden das nach „Dancing ..“ optimal unser an diesen Abend erster Purple -Klassiker passt. Die anfangs ruhige, sich aber ständig steigernde Sequenz wird direkt von allen gestartet. Da, der erlösende Wirbel und Auftakt. 1 Strophe und ab dafür. Der „Highway Star“ zieht seine Bahnen und sorgt für den ersten Szenen-Applaus den Reiner an diesem Abend erntet. Yo Mann, der Ritchie würde staunen was man aus seinen Soli so alles machen kann. Ich bin mir nicht sicher aber ich glaube bemerkt zu haben, das die G-Seite kurz rot geglüht hatte– Egal. Leicht in die Hocke. Den rechten Arm angewinkelt und die Faust geballt. Jetzt noch die linke Lippe hochziehen . Fertig für „Rebel Yell“ Der Refrain ist aber auch genial zum mitsingen. Billy, wir danken Dir. Das letzte Stück im Set ist das Stück mit dem wir auch auf dem Seesen Sampler verweigt werden. „Perfect Stranger“ hat diesen tollen, schweren Groove der uns so schön böse wirken lässt. Die Anderen jedenfalls. Mir nimmt man das eh nicht ab, aber der Song geht wohl so gut über die Bühne, das in der darauf folgenden Pause diverse Male dass Stück noch einmal für die Zugabe gefordert wurde.
Die ersten 50 Minute sind getan und meine ersten 2 Liter Wasser sind auch getrunken und wieder ausgeschwitzt. Wohlverdiente Pause und etwas Musik aus der Konserve. Es ist ca. 22:00 Uhrenvergleich.

13.12.2006 Advent – … when the smoke is going down 6
Boah, hier ist aber ne Menge um drin zu Baden. Ich glaube fast, jetzt sind noch mehr Leute da als vorher. Gar nicht so einfach den Anwesenden mit meinen verschwitzten Klamotten nicht zu nahe zu kommen. Claus sagt : „Wir trinken jetzt ein Bier.“ – Ich mach mit und ich glaube das ist jetzt Premiere. Normalerweise trinke ich ein Glas Roten zum Einstimmen und dann nur noch Wasser, Wasser und Wasser. Egal, es geht so gut ab da kann mich nichts aus der Bahn werfen und wie sagt schon der Volksmund „Bier auf Wein, zieh’s Dir rein“ – Gar kein schlechter Gedanke. Ich glaube sogar meine Flasche ist schneller leer als die von Claus, dem edlen Spender der sowieso kostenlosen Buddel. „Kam echt gut“ höre ich den einen und auch anderen sagen – „Danke schön. So soll’s ja dann auch sein, ne wahr ?!?“
Ich ziehe mich an den Plattenteller zurück, da ich mich auch ein wenig für die Pausenberieselung verantwortlich fühle. Ich packe ein paar Highlights lieblos in eine Wiedergabeliste, denn so die richtige Ruhe habe ich dazu noch nicht. Das wird später noch mal intensiviert.
Die Anderen sind mir mittlerweile aus dem Blickfeld entfleucht. In meinen früheren Bands war ich immer der „Flöhezusammenhalter“ mit anderen Worten ich musste sagen wann’s wieder losgehen sollte und dann auch noch die Bande zusammentreiben. Bei den Generälen ist Alles gaaaaaaanz anders. Ich bin nur Sänger und neuerdings Chronist. Die anderen, wichtigen Dinge, überlasse ich lieber den Anderen, vornehmlich Gösta. Herrlich entspannend.
Apropos. Es ist deutlich nach 22:30 (Kinder wie die Zeit vergeht) und Gösta ist schon wieder aufgetaucht um den Bass zu checken. Dies ist so eine Art rituelles Signal für die Anderen sich wieder auf der Bühne zusammenzurotten und alsbald erneut durchzustarten. Der Bassist hat sich nun von dem ordnungsgemäßen Zustand seines Instrumentes überzeugt, murmelt noch einmal die Zauberformel „Ohne Bass kein Spass“ und sucht die Nähe zum Mikrofon. „Achtung Durchsage: Wir wollen wieder anfangen aber erst wenn Ihr auch wieder mit uns seid.“ Diese Aufforderung galt offensichtlich dem Publikum, welches scheinbar dieser Aufforderung zum Tanz nur zu gern Folge leistete. Diesmal waren die Ersten die fast vollzähligen Kollegen der geschätzten Band „Fated“ die spontan nach vorne stürmten um uns fortan für den Rest des Gigs die Händchen zu halten. Die Macht und das Publikum war mit uns und so konnten wir den 2ten Pacour des Abends beginnen. Diesmal gespickt mit ein paar neuen Stücken die wir noch nicht öffentlich an den Mann gebracht hatten. Wir sind gespannt.
Ralf zählt an und fällt gleich in den markanten Schlagzeugdrive „Papapapapap Pa Pap Pa, Papapapapap Pa Pap Pa, ….“ der Bass unterstützt den Drive ab dem nächsten Durchgang „Babababab ba,….“ jetzt die Gitarren und anschließend ein kleiner Break. Dann die erste Strophe : “Uuh my little pretty one, my pretty one,….“ Das Stück das seit den späten Siebzigern bereits von Jedem bei den ersten Schlagzeugbeats erkannt wird ist unser Opener für den 2ten Set. “My Sharona“ ist übrigens auch auf unserer CD enthalten – wenn ich das bisher vergessen hatte zu erwähnen. Der 2te Set ist übrigens gespickt mit Stücken die bereits beim Schlagzeugeinstieg leicht erkannt und freudig vom Publikum begrüsst werden. Ralf weiß es noch nicht, aber ich mache keine Ansagen mehr. Das wird zukünftig Ralf mittels seiner Schlagmaschine übernehmen. Ich rede lieber hier im Blog. Allerdings die Ansage für das nächste Stück macht wieder Reiner. „Hammer to Fall“ geht gleich mit einem ordentlichen Riff zur Sache. Dieses für uns neue Lied macht richtig Spaß. Es ist abwechslungsreich und ich darf endlich mal wieder einen guten alten „Freddie“ Song singen – nein nicht den Seemann’s Freddie, auch nicht den mit dem schwarz-roten Ringelpullover. Ich meinen den Echten, the One and Only Freddie. Endlich kann ich wieder meine von rechts unten nach links oben gezogenen Mercury-Schwingfaust an den Mann bringen. Außerdem taste ich wie ein Blöder auf meinem kleinen Effekt-Treter rum nur um die Queen-Chöre halbwegs mit einer einzigen Stimme hinzubekommen. Die erste Premiere ging prima durch. Auf zu den nächsten Stücken. „You really got me“, „Black Night“ und „Paranoid“ gehören schon so lange zur Band, das man meinen könnte das hätten die anderen Bands von uns gecovert. Wenn wir bis jetzt die Classic Rock Band waren sind wir ab jetzt die Classic Rock Party Band. Jetzt kommen die Dinge die im Prinzip jeden Wall knacken. Wobei am heutigen Abend ist das alles gar nicht notwendig. Alle haben scheinbar einen tierischen Spaß und gehen ab wie eine Tüte Mücken. Recht so. Wie sangen schon die Rottgau Monotones „Volle Lotte wiedermal. So’n richtig hysterisches Fest, wie beim Allerersten Mal. Feiern bis zum Attest.“ Yoh Mann, das ist das Motto und wir sind bereit dem Affen Zucker zu geben. Zunächst mit Altbewährtem: „Summer of 69“ – Es wundert mich immer wieder wieso gerade dieses Ding von Brian Adams besonders bei den Jungen so gut ankommt. Egal, es geht tierisch nach vorne. Jetzt aber unsere neue Königsdisziplin. Ralf muss wieder alleine ran und verrät mit seinen Drum-Sticks Allen was als nächstes kommt. „Sunday, bloody Sunday“ . Unsere Neunominierung ist offensichtlich eine gute Wahl gewesen. Genau das was Alle, incl. uns selbst jetzt gebraucht haben. Einen Protestsong aus den 80ern. Aber halt nicht „Sag mir wo die Blumen sind“ oder „Mein kleiner grüner Kaktus“ sondern der „Bono – ich schwenk die Fahne und werd weltberühmt –Song“ von U2. Na – Publikum, darf’s noch `n Pfund mehr sein? – Es darf ! „I want you to want me“ und „Ballroom Blitz“ – Ebenfalls eingeleitet, nicht etwa durch eine meiner langweiligen von Einfallsreichtum nur so sprühenden Ansagen, sondern erneut durch Ralf und seine Schießbude.
Ein Stück was wir eigentlich rausnehmen wollten, da uns der Set als etwas zu lang vorkam, wurde kurzerhand wieder an seine ursprüngliche Stelle gesetzt. „Rocking all over the world“ lässt mir eine ersehnte Ruhepause zukommen, da der Refrain von allen Anwesenden aus vollem Herzen mitgesungen wird. Auch die zelebrierte Double Extra Large Version mit Extra Käse und Schinken“ wird von allen durchgehalten. Hut ab. Ihr macht mir Spass. Aber jetzt ist Schluß mit Lustig. Jetzt auf der Gewinnerstraße haben wir beschlossen, wir machen keine Gefangenen. Die Nebel werden noch einmal heraufbeschworen und erneut obliegt es unserem Ralf die Zeremonie zu beginnen. Der Drive treibt, der Bass setzt ein und alle wissen wie es weitergeht …… „I´ve been driving all night. My hands´s wet on the wheel“. Dieser Truckersong der eigentlich keiner ist, zieht wie ein LKW seine Bahn. Beim Mittelteil von „Radar Love“ verliert auch Reiner seine Kontenance und improvisiert sich auf dem Haupthema regelrecht in Rage. Speziell diese Version am heutigen Abend hat wohl den Einen oder Anderen völlig entfesselt, so wird mir jedenfalls später von verschiedenen Quellen berichtet. Another Maxiversion is in the house und keine Schlechte. Den Set und somit den Hauptgig wollen wir aber mit einem weiteren Neuzugang beenden und das party-proofed Publikum in den wohlverdienten Feierabend schicken. „Have a nice day“ ist nicht nur für uns sondern auch vom Gesamtalter das jüngste Stück in unserem Repertoire und, gemessen am Feedback, auch keine schlechte Wahl um damit ein Konzert zu beenden. Letzter Ton und aus.
Ich würde lügen, wenn ich sagte wir hätten nicht damit gerechnet noch eine Zugabe geben zu müssen. Klaro, machen wir doch gern, besonders wenn man merkt, es wird auch gewünscht. Ich habe schon Konzerte anderer Bands gesehen, auch im Profi-Bereich, wo nach einem Konzert nur nebenbei irgendjemand durch Zufall so etwas ähnlich klingendes wie „Zugabe“ halblaut geäußert hat, evtl. auch nur in einem völlig anderen Zusammenhang, und Schwupp, wie durch Geisterhand, stand schon wieder die gesamte Kapelle auf der Bühne und bedankte sich bei dem überwältigenden Publikum, um dann noch 3 Stunden weiter die Nerven zu strapazieren. Egal, so ist es heute Abend jedenfalls nicht. Im Gegenteil. Nach „Smoke on the water“ – das Lied was ich regelmäßig vergeige. Und sogar „Goodbye“ , die Fußballhymne von uns Sasha (ich weiß auch nicht wie die sich in unser Programm geschlichen hat) wird begeistert aufgenommen und mitgesungen. Nachdem wir schon entstöpseln und uns den Feiernden zugesellen wollen, wird erneut der Wunsch nach Zugabe laut. Ralf hängt schon ziemlich in den Seilen und auch die Anderen haben schon einige Federn gelassen, von mir ganz zu schweigen. Trotzdem, the show must go on. Wir kramen das Stück raus das wir eigentlich nie mehr spielen wollten. Es ist zwar das Einzige, was Raum lässt um die Bandmitglieder vorzustellen, aber es gehört zu den Hassliedern von Reiner und Ralf und hat deshalb ausgedient. Nicht diesen Abend. „Sympathie for the devil“ geht zwar ungeprobt aber mit Spaß über die Bühne. Gösta nutzt die Gelegenheit sich auch bei den „drei Engeln“ an der Theke, die glaube ich mittlerweile mittels Zellteilung zu „5 Engeln“ wurden und unserem Soundwizzard DocMarc zu bedanken. Schon beim ersten Refrain wird das berühmte „UhUh“ mitgesungen. Und so findet nach gut 75 Minuten auch der 2te und letzte Set seinen Abschluß.
Wir sind erstmal fertig. Für den Rest des Abends müssen wir erst mal unters Sauerstoff-Zelt oder alternativ ein schönes Bierchen.

08.01.2007 Advent – When the smoke is going down – Letzter Teil
Die erste Schlacht ist geschlagen. Die Gladiatoren sind müde und die Löwen auch. Müde und zufrieden. Jetzt gilt es schnell zu neuen Kräften zu kommen. Jeder hat so seine eigenen Hausmittel um den Rest des Abends heil zu überstehen. Alle natürlich ausschließlich naturbelassen und ohne künstliche Zusätze. In diesem Bezug ist die gesamte Band manisch biologisch ökologisch eingestellt. Alles jenseits der anerkannten gold-bräunlichen Natur-Heilmittel im 0,33er Format überlassen wir gerne denen die es benötigen. Ich persönlich habe zunächst den Weg zum Futter-Trog gefunden um die redlich verbrannten Kalorien wieder aufzufüllen. Es geht nichts über einen Mitternachtsimbiss nach getaner Arbeit – Besonders nachdem man festgestellt hat, das man am gesamten Tage eigentlich keine echte feste Nahrung zu sich genommen hatte – nicht einmal Eiswürfel.
Eigentlich wäre es jetzt sehr schön sich dem Müßiggang hinzugeben und den Abend ruhig ausklingen zu lassen, aber das geht nicht. Zu viele Biere sind noch ungeöffnet und ein herrenloser Plattenteller ruft nach Bedienung. Der zweite Teil des Abends sollte langsam starten. Also, aufi Bu’am die Musi kommt. Auf meinem Weg zurück in die Arena begegnen mir bereits einige Bekannte, die wohl geglaubt haben der Abend sein schon beendet. „Tschö’ war prima. Bis demäx.“ Aber jetzt kommt hier keiner mehr raus. Nein, nein meine Freunde so leicht kommt ihr mir nicht davon. Party on, Garth – Schwriinggg. Ich erreiche meine Soundmachine und sondiere die Lage. Der Laden ist noch ausreichend gefüllt. In allen Ecken sitzen und stehen die bewegungslüsternen Jünger des Rock. Ich weiß worauf Sie warten aber meine sadistische Ader lässt mich zunächst nur einen Song der Menge entgegenschmettern „I don’t feel like dancing“ von den Scissor Sisters. … Und das natürlich in der ihm gebührenden Lautstärke. Ich erwarte die ersten fliegenden Biergläser und einen wutentbrannten Ralf, aber weit gefehlt. Die Disco-Reinkarnation fällt wider Erwarten auf fruchtbaren Boden. Selbst beinharte Rocker beginnen zu Grooven. Ok, die Tanzfläche füllt sich und jetzt kommt’s: Frei nach dem Motto „Give the people what they want“ wandern wir endlich rockwärts. „Black Betty“ macht sie alle klar. Die Stimmung ist da wo sie hingehört – On the Top.
Nach ein paar Stücken haben die Tanzwütigen auch mitbekommen das auch Wünsche zugelassen sind, und so prasseln diese auch stetig auf mich ein. Es ist interessant welche musikalischen Vorlieben ausgeheckt werden, wenn die Stimmung es zulässt. Ich erfülle alle, wenn es mir möglich ist. Interessant an dieser Stelle ist immer wenn die jüngeren Gäste, zu meiner Freude meist weiblichen Geschlechts ;-), kommen und ihren Musikwunsch äußern. Das geht dann immer so: „Kann ich mir bei Ihnen was wünschen ?“ – Jetzt ist es amtlich, ich bin alt. Ich werde gesietzt. „Du kannst mich auch Duzen. Klar, was möchtest Du denn hören ?“ „Haben Sie auch …“ – Ich weiß immer noch nicht ob ich als Alterskönig oder in meiner Eigenschaft als Herrscher über den Plattenteller die Respektperson bin, die man nie Duzen darf – Ich, ausgerechnet ich !?! Egal. Was aber wirklich interessant ist, ist der Musikwunsch als solches. Man stelle sich vor, ein nettes Mädel zwischen 15 und 17 (ich kann so schlecht schätzen, aber ich nehme das mal so an) und für den abend entsprechend gestyled Marke „Dressed to kill“ möchte etwas hören. Man erwartet etwa so etwas wie Blacked Eyed Peas, Gwen Stefanie, Justin Timberlake und Konsorten, aber weit gefehlt. „Haben Sie was von Christina Bach ?“ – Hä ?!? „Tut mir leid habe ich nicht“ – was auch stimmt. Dann etwas später. Ein anderes Girl – Ähnliches Outfit : Haben Sie „Moviestar“ ?. Was ist den hier los. Ich meine ich spiele gerade eine etwas heftigere Runde. Aber klar das hört sich nach einer interessanten Kombination an „Iron Maiden“, „Metallica“, „Harpo“ – Die drei Monster of Rock endlich wiedervereint. Sie sagt aber noch „Muß nicht gleich sein, aber wäre sehr schön.“ Klar, mache ich. Ich bin gespannt was bei dem siebziger Barfüßler so geht. Ich bereite den Einsatz des Schweden mit ein paar etwas dezenteren Stücken vor und dann : “Go“. Irritierte Gesichter, aber die Melodie steckt scheinbar noch in einigen Gehirnwindungen tief verschüttet in den Erinnerungen der eigenen Kindheit. Mit der gütigen Milde unserer Generation wird das Stück Kulturgeschichte entgegengenommen und mit den in den 70er üblichen Bewegungsritualen abgefeiert. Und dann wird mir etwas klarer wo der Wunsch herrührte. Die kleine Wunschfee stürmt auf die Tanzfläche im Schlepptau ein männliches Pendant gleichen Alters. Die 2 stellen sich gegenüber und warten auf den nächsten Anfangstakt. Der Erste vergeht. Der Zweite auch. Jetzt der Dritte. Nein, beim vierten Takt, da sind die Beiden sich einig, geht es los. Discofox. Ja, klar. Das ist der Sound für diesen Dinosaurier der Fußakrobatik. Mittleres Tempo. Nicht zu schnell, so dass man sich noch auf jeden Schritt konzentrieren kann, aber dennoch schwungvoll. Es gibt zwar etwas neuere Stücke die sich zu diesem Tanzritus ebenfalls eignen, aber ich gehe einmal davon aus, das die Tanzschule eben diesen „Moviestar“ immer zum Üben benötigt. Also dann. Jede Gelegenheit zum Üben nutzen. Übung macht den Meister .Ich stöbere noch einmal in meiner Erinnerung und schaue ob ich dem netten Pärchen nicht noch ein anderes Stück Musikgeschichte angedeihen lassen kann, damit Sie noch etwas weiter in diesem Swing verbleiben können.
So geht der Abend seinen Gang bis gegen 3:00 Rainer die Sperrstunde anzeigt. Die Musik wird abgedimmt und gegen 3:30 ist ein schöner Abend zu Ende.

Hier noch ein Paar Statistikdaten:

Verbraucht wurden. 500 Liter Bier, ca. 30 Liter Wein. 20 Kästen Softdrinks, etliche Hektoliter Wasser, Tonnen von Grünzeug, Wagenladungen von Kerzen, Reinigungsmittel und Toilettenpapier.
Das Dekorationsteam hat mit 3 Personen ca. 3 Stunden benötigt den Raum Weihnachtlich herzurichten. Tausend Dank hierfür !!!.
Das Ordnungsteam (was auch das Dekorationsteam ist) hat mit 3 Personen ca 300 Stunden benötigt den Raum wieder erkennbar zu machen. Dreihundertausend Dank hierfür !!!!!!!!!!!!!
Verluste : Ein guter Kamerad hat seinen Kopf verloren.

Bis zum Nächsten Mal. Am 01.12.2007

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