12
Feb
09

Blues Power – Classic Jazz Workshop Teil 6

Heuer stand etwas mir Bekannteres auf dem Stundenplan : Blues. Zwar gepaart mit Gospel, aber ich fühlte mich thematisch etwas heimischer als im Jazz. Es sollte also auf dem Gewohnten Niveau weitergehen. Wenn mir schon der bisher nicht so geläufige Jazz im Laufe der Woche soviel Spaß bereitet hatte, konnte es mit Blues ja nicht schlechter werden. Angekündigt war ein Blues und Gospelabend  mit einer afroamerikanischen Sängerin namens Angela Brown, begleitet am Piano durch unseren allseits beliebten Seminarorganisator Jan Luley. Der Flyer der im Foyer ausgelegt war, zeigte eine farbige Sängerin von nicht gerade geringem Umfang. Gespannt auf das Kommende nutzte ich die Gelegenheit beim Aufbau der Anlage und beim Soundcheck meine Hilfe anzubieten.  Der Aufbau im Dom, hier sollte das Konzert am Abend stattfinden, war schnell getan. Kleine Anlage, bisschen Licht und fertig. Jan machte sich dann daran sein Piano aufzubauen und hatte extra dafür einen besonders exklusiven Keyboardständer dabei. Zwei Holzböcke aus dem Baumarkt (Stück 1,43 €). Entgegen dieses eher rustikalen Beiwerks, war sein Spiel bereits beim Soundcheck allerdings auf allerhöchstem Niveau. Ein paar Knöpfe hier, ein paar Schalter dort und schon lieferte er, zusammen mit der Beatbox des Keyboards, eine einwandfreie Funky-Einlage, die allerdings die anderen am Aufbau beteiligten Workshop-Teilnehmer, die offensichtlich  reine Jazz-Puristen waren, ein bisschen die Nase rümpfen lies (Hatte ich zumindest den Eindruck). Ich war jedenfalls begeistert. Der Mann kann also auch alles andere al s nur Jazz. Zurück zum Pianoklang war dann die Genre-Welt wieder in Ordnung und die Piano-Licks perlten gewohnt geswingt oder gejazzt aus den Boxen.  Nach 10 Minuten war der Käse gegessen und alles bereitet für den Star des Abends. Ein Poltern war zu hören und auf Stichwort kam Angela durch die Tür. Allein der erste Eindruck, noch im Straßenoutfit, war schon beeindruckend. So stellt man sich eine stimmmächtige Sängerin vor – Klischee. Was aber besonders auffiel, sie unterhielt sich schon bei der Begrüßung in einer Art Singzwischenlage, so das man den Eindruck hatte, sie stimmt sich schon ein oder aber sie sing bereits. Das verstärkte sich nochmals, als sie in den Bereich der Bühne kam, denn dort drehte sie noch einmal auf, als der nebenbei eingeschobene Gesamdsoundcheck gemacht wurde. Die Frau lebt die Musik. Und die Stimme erst …. Ich bin gespannt auf später. Angela verschwindet hinter einer Tür, offensichtlich die Garderobe, und wenig später hört man aus eben dieser Richtung von Ferne ihre Gesangsstimme. „Sie macht sich nur warm“ sagt Jan und wir ziehen uns zurück.

Die Kirche ist gut besucht und Alles wartet auf den Start des Konzertes. Jan legt erst einmal los mit einer etwa 10minütigen Solopassage, wo er mehrere Stücke unterschiedlicher Stile und Geschwindigkeiten miteinander verknüpft und so die Zuschauer auf den Sound des Kommenden einstellt. Klasse , und alles auswendig. Nach kurzer Begrüßung und Anmoderation, ebenfalls durch Jan, betritt Angela das Rund. Was soll ich sagen 1 Person und die Bühne ist voll.  Das meine ich jetzt nicht despektierlich. Nein, es ist mehr auf die allumfassende Ausstrahlung einer Person gemünzt, die sofort alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Und das in diesem Falle besonders wenn sie beginnt zu singen. Im Dialog mit dem Piano geht es durch Singen, Säuseln, Schreien Flüstern, Donnern und Grollen im Einklang mit dem jeweiligen Song. Sehr Golspel-lastig ist die Auswahl, wobei der Blues immer durchblitzt. Was soll ich sagen: dieses Jahr gab es bei der Nokia Night of the Proms einen 14 köpfigen Gospelchor. Angela hat alleine mehr Dampf gemacht als diese 12 Sänger aus Harlem.  Im Eifer des Gefechtes hat sie beispielsweise die Idee ins Publikum zu gehen. Dummerweise ist die Kirche jecht groß und das Mikrofonkabel recht kurz. Es kommt wie es kommen muß: Plopp. Kabel wech, egal, sie singt unbeeindruckt weiter und das Dollste man hört sie immer noch.  Alles in Allem ein mehr als beeinduckendes Beispiel was eine solche Stimme bewirkt und wie man ein Publikum über 2 Stunden im Bann halten kann. Das Zusammenspiel zwischen Jan und Angela erfolgt durch Kopfnicken und Zuhören, was auch notwendig ist, da Angela immer gerne die Rahmen des Songs ausdehnt und sprengt. Ohne Zugabe werden die Beiden nicht von der Bühne gelassen und so geht erneut ein toller Tag zu Ende, bzw. in die Cavete.

Ach ja am nächsten Tag hatten wir noch einmal im Workshop eine 1,5 stündige Session mit Angela Brown und Jan mit dem Thema „Blues zum Anfassen“. Ich saß natürlich in der ersten Reihe, nicht weil ich das Thema wörtlich genommen habe, nein ich wollte die Stimmgewalt aus nächster Nähe erfahren. Und was soll ich sagen. Bei einem Blues hatte sie sich so in Rage gesungen, das die in einem Teil vorkommenden Wörter „Thunder“ und „Lightning“ genauso in diesem Wortsinn ins Publikum  geschmettert wurden. Ich möchte behaupten, das durch den so erzeugten Schalldruck, meine Wangen leicht geflattert haben (Kennt man sonst nur wenn man im Windkanal steht oder beim Sturm an der Nordseeküste). So was will ich auch können, menno.      

 Auf zum Endspurt

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1 Response to “Blues Power – Classic Jazz Workshop Teil 6”


  1. 1 Gustl
    Februar 13, 2009 um 2:38 pm

    Eine Person und die Bühne war voll……

    ….. das kann Claus auch !!!


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