Archive for the 'Geschichten aus dem Bandleben' Category

16
Feb
09

Give me 9 – RIP England Gig

Da haben wir den Salat, bzw. wie der Engländer sagt. There we have the cow-food. Sobene hat der organisierende Motoradclub in England festgestellt, das die Penunzen in der Vereinskasse für einen Gig von Zugereisten vom Kontinent nicht reicht. Jetzt ist es amtlich. General Daniels befindet sich schon auf dem Olymp der Gr0ßverdiener. Vielleicht liegt es aber auich nur am Kerrosinzuaschlag. Kurz: England ist Essig und Öl. Dabei hatte ich mich auf Fish und Fritz aus Zeitungspapier gefreut. Pechmarie. Mal sehen was sich noch so tut. Es bleibt Spannend.

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03
Dez
08

Stille Nacht – von wegen

Bei dem nachfolgenden Foto handelt es sich nicht um eine Szene des Musicals „Beauty and the Beasts“ sondern um einen Schnappschuß von unserer numehr traditionellen Jahresabschluß-Party im Kornspeicher zu Kirchberg.

adv08

Schön war’s, voll war’s. Dank an Alle die mitgeholfen haben unser mittlerweile 4tes Adventssingen so erfolgreich durchzuführen. Und dazu gehören naturlich auch alle Gäste.  

Das wir erstmalig auch eine 2te Band begrüßen durften, die den Saal ordentlich vorgeglüht haben, ist besonders erfreulich. Auch das diesmal die Tanzfläche bis zum letzten Ton um 3:00 Uhr so voll war ist eine neue Dimension für diese Feier. Das macht Lust auf das kommende Jahr. Rechts oben ist schon der nächste Termin für Advent 2009 eingetragen. Vielen Dank in diesem Zusammenhang auch an unseren Gastgeber, der uns immer wieder die Räumlichkeiten überlässt ohne die die Atmosphäre und der Abend niemals so wäre wie sie ist und sein soll: Kein Konzert, sondern eine Party mit ein bisschen Livemusik Weitere Impressionen folgen an dieser Stelle und auf unserer Homepage.

23
Okt
08

Down under – Drunter und Drüber

Hä ?? Wat‘ ne komische Titelzeile. Musste aber sein. Ich bin nämlich noch immer nicht sicher ob der Ort unserer letzten Untaten nun Drunter oder Drüber war. Schön blöd wenn man den ganzen Tag Scherzchen über den Namen macht und hinterher selbst nicht mehr so recht weiß was nun stimmt.

Jedenfalls war es ein Lauf zur niedersächsischen Moto-Crossmeisterschaft, oder etwas ähnlich Wichtiges, und wir durften den Motorenlärm etwas rockiges Flair beimischen. Drunter oder Drüber ist ein Vorort von Einbeck und damit das erste mal Heimspiel für Ralf, jedenfalls solange wie ich in der Kapelle bin. Das Wetter spielte mit es war trocken und so stand nichts einer gepflegten Rocksause am späteren Abend im Wege.

Aber Achtung: Motorradfahrer sind nicht immer gleich Rocker ! Die Spezies mit denen wir es heuten zu tun hatten, waren Sportsmänner. Bereits als wir mit unserer Karawane anrückten war die Piste voll von Fahrern , die in halsbrecherischen Aktionen  den Parcour bezwangen. Die Dinger hatten scheinbar Känguruh-Benzin getankt, anders ist das permanente Rumgehucke für mich nicht erklärbar. Die Leutchens waren mehr in der Luft als mit ihren Reifen auf der Erde. Aus den Lautsprecherboxen ertönte zum Renngeschehen AC/DC also war klar, die Musikrichtung stimmte. Nicht so die Bühne. Nachdem Alles verstaut war hatte ich in etwa soviel Platz wie eine Briefmarke auf einer Postkarte beansprucht. Das ist für mich die Hölle. Beim Set an einer Stelle kleben ? Na, das kann ja heiter werden. Nach unten ist der Weg zu lang, da komme ich ohne fremde Hilfe nicht wieder hoch, also was soll’s. Dann mache ich eben heute die Madame Tussauds Show: Hinstellen und nur nicht bewegen.

Die Sonne ging und der kalte Wind kam. War ja klar . Wir spielen draußen und wenn es nicht regnet, dann muss uns dieses Jahr wenigstens was anderes einen Strich durch die Rechnung machen. Gottseidank hatten wir das ganze Lichtgesindel aus dem Muckeraum  mitgebracht und so wurde es, zumindest für uns, anheimelnd warm. Anders das Publikum. Dieses wäre schutzlos dem kalten Wind preisgegeben. Wäre, wenn es denn dann auch da gewesen wäre. Offensichtlich sind die vielen Sportsmänner bereits mit dem Sandmann in das Reich der Träume – sprich in ihre fahrbaren Wohnkatakomben abgewandert, da der nächste Tag ja sportlerische Höchstleistungen abfordern würde. So blieben wir dann halt in trauter Runde, abgesehen von einigen Wenigen, die aber offensichtlich Spaß an unserer Show hatten.

Da das Gelände für größeren Andrang  angelegt war, verliefen sich die  Tapferen zwar, aber das sollte weder uns noch den Zuhörern die Stimmung verderben. Wir sind schließlich da, weil uns Musik machen Spaß macht und das tuen und haben wir dann auch. Selbst schuld die armen Seelen, die unsere Musik nur ohne  den optischen Genuß, den wir zweifelsfrei abgeben, in ihren zugegebenermaßen warmen Wohnburgen genießen können, denn laut sind wir – da kannst du aber einen drauf lassen. Da aber keine Beschwerde kam, auch nicht am nächsten Tag, gehen wir davon aus, das wir diesmal zu den anwesenden Zuschauern noch ein paar begeisterte passive Zuhörer auflisten können.

Fazit : Es hat Spaß gemacht. Ich habe erkannt, das Europaletten nur bedingt zur Erweiterung des Bühnenraumes taugt. Wir mussten erkennen, das digitale Mischpulte nur ein Set lang durchhalten und dann nichts mehr taugen. Und wir haben ein paar neue Freunde gewonnen, die offensichtlich auch Spaß daran haben uns bei nächster Gelegenheit bei einer Einbecker Rocksession zu buchen – Na wenn das nichts ist.

So, jetzt ist erst mal Gig Pause. Gösta ist als Mess(e)-Diener auf den Ausstellungen dieser Welt unterwegs. Lois’l ist wieder auf Survival-tour durch das wilde Kurdistan , Ralf und Rainer lümmeln sich auch irgendwie beschäftigt in der Ecke rum, und ich gehe ein bisschen swingen. In diesem Sinne livetechnisch bis zum Advendsgesinge am 29.11.

14
Okt
08

Teil 3 : Im Reich des Drachen : Grisu und die Feuerwehrmänner

Was muss ich da lesen ?!? „… am Abend Tanz mit General Daniels.“  Wie ? Was ?.

Wir wurden engagiert über unsere MySpace Seite. Auch hat der freundliche Befürworter unserer Dienstleistung, der den Veranstalter auf unsere kleine Kombo aufmerksam gemacht hat, uns schon einige male live erfahren können, aber der Ausdruck „Tanz“ kann doch etwas zu Irritationen führen . Oder ?!?  Aber vorweg. Wir hatten eine Einladung zum Gig in Harzgerode bei einer Jubiläumsveranstaltung. Kurz : Ost-Harz, Feuerwehrfest und Tanz. Und mitten drin die Generäle mit ihren heftigen Cover-Paket.  Eins ist sicher. Wir sind in jedem Falle ordentlich gekleidet. Der Rest ist Hoffen und Bangen. Egal. Was uns nicht Tötet bring uns nur um und wir scheuen ja generell keine Herausforderung – aber komisch ist schon, gell?

Die freundlichen Veranstalter haben uns einen Transporter gesandt, in dem wir all unsere Scharteken verstauen können und so geht es dann um 15:00 gen Osten. Der Fahrer stimmt uns schon bei der Begrüßung auf den am heutigen Tag angesagten Dialekt ein und er scheint auch nicht sonderlich verschreckt ob der Ausmaße an Rock-Gedöns, was wir am Abend in klingende Phon umwandeln werden.

Nach einer guten Stunde Fahrt incl. wildem Serpentinen-Gewirr erreichten wir unser Ziel. Mitten durch die Menschenmenge die bei bestem Wetter zwischen den Futter- und Getränkebuden, Schießständen und Feuerwehrautos flanieren, bahnen wir uns unseren Weg. Bis hin zum Feuerwehr Zentral Haupthaus, das mit offenen Toren und einer großen Bühne bereit ist unser Kram aufzunehmen. Alles neu hier und optimal für eine tolle Sause. Aber immer noch im Hinterkopf  „Tanz mit General Daniels“. Egal, weiter. Aus dem Nichts taucht eine Armada helfender Hände die in Null Komma Nichts den Transporter leer und die Feuer Zentrale voll macht.

Kaum ist das letzte Teil entladen, da ist auch schon der erste Meter Bier am Start. Geliefert von unserem direkten Betreuer, der auch den Rest des Tages kaum von unserer Seite weichen wird. Aufbau und Soundcheck laufen recht flüssig, wobei die ersten Töne unsererseits irritierte Blicke bei dem anwesenden, vornehmlich älteren Besuchern auslöst. Oh Oh.

Ab 21:00 ist Showtime geplant und so haben wir noch reichlich Zeit uns mit den Getränke und Essensmarken zu beschäftigen und zu hoffen, das bald noch etwas Zielgruppe eintreffen wird. Unser Betreuer entpuppt sich nicht nur als genereller Drahtzieher sondern auch  als DJ des Abends. In diesem Zusammenhang beruhigt er etwas unsere Befürchtungen als er a) Rockiges auswählt und b) die Lautstärke schon früh nach oben pegelt.

  Jetzt wird es ernst. Wir ziehen uns eine Etage höher zurück um die Klamotten zu wechseln. Mal sehen was passiert. Der Saal ist mittlerweile gut gefüllt. Da das Tor nach außen weiterhin gut geöffnet ist ist auch dort noch reichlich Platz, der so, wie wir sehen können, ebenfalls gut besucht ist.  Intro „Rocking in a free world“ wie gehabt. Es beginnen einige Füße zu wippen. direkter Übergang zu „Eye of the Tiger“ und was ist das ?!? ohne große Aufforderung beginnen die Leute zu Tanzen – Also, das ist gemeint.  Und ja tatsächlich auch zu unserer Mucke kann man, und will man sogar Tanzen. Es ist eine tolle Stimmung und die bleibt auch so. Ein eilig improvisiertes „We will Rock you“ lässt alle Dämme brechen und knie-rutschenderweise wird Jung und Alt im Publikum verrockt – und dies im besten Wortsinne. Sogar in unseren Pausen ist Dauerpower angesagt. Einige Mutige aus der Jugendfeuerwehr machen sich, bewaffnet mit aufblasbaren Gitarren, auf die Bühne und nutzen unserer Mikros um zur DJ-Mucke eine Playback Show abzuziehen, die ebenfalls von Publikum lauthals bejubelt wird. Soviel Mut muss belohnt werden. Am Ende unserer Show holen wir die Nachwuchsposer incl. grüner Blasgitarre zu „Rocking all over the World“ und „Smoke on the Water“ erneut auf die Bühne um eine Las Vegas reife Choreographie abzuliefern.

                      

Fazit: Im Osten voll was Neues – hier tanzt nicht nur der Bär. Einige Stücke sind zu unserer Verwunderung die absoluten Bringer: „Walking by myself“ Alles von Queen. Andere sonstige Selbstläufer werden eher mit Fragezeichen quittiert : „Fox on the run“, „I want you to want me“. Das Bier ist äußerst lecker. Die „Platte“ als Unterkunft offensichtlich besser als ihr Ruf. Die Gastfreundschaft genau wie der Spaß am Feiern sprichwörtlich. Alles in Allem Eine runde Sache – Immer wieder gern.

Allerdings, uns bleibt dieses Jahr Pech mit dem Wetter beschieden. Das Wetter diesmal perfekt, aber wir spielen drinnen : Was ein Käse.

17
Sep
08

Rocker’s delight : Ja mer san mit’m Krad’l da

Teil 2 auf unserer Abenteuerfahrt 2008 „The Stages of the Harzvorland“ geht weiter. Heute ist ein zünftiges Biker-Treffen auf dem Plan. Der MC Lahstedt veranstaltet jedes Jahr ein mehrtägiges Event am Eixer See mit allem was dazugehört. In diesem Jahr zum Beispiel uns. Am Freitag geben wir einen zum Besten und danach wird die englische Band „The League of Mentalmen“ den Tag beschließen. Im Vorjahr waren wir bei den Herren Rockers schon einmal zu Gast bei einem etwas kleineren Event zwar, aber mit besten Erinnerungen daran, zumal die Stimmung und das Wetter einfach grandios und die Kulisse am See einzigartig war. Offensichtlich hatten wir damals eine geeignete Visitenkarte hinterlassen, so das man uns schon relativ früh für den heutigen Tag gebucht hatte. Aus irgendeinem Grunde haben wir wohl diese Jahr ein schlechtes Karma. Anders ist es nicht zu erklären, warum bei diesem erneuten Open Air Event es wieder einmal wie auf Stichwort begonnen hat zu regnen. Bei der Anfahrt in Tröpfchendosierung und bei Ankunft aus Eimern. Gut das die Kiemenbildung des vorhergehenden Kirchberg Open-Air’s noch nicht gänzlich verschwunden war, so das wir uns nicht allzu schwer taten mit dem feuchten Element. Mit einem freundlichen „Hier steht das Härke“ wurden wir begrüsst und dann ging es sogleich an das Eingemachte. Die erste Kiste war dann auch schnell Geschichte und wir konnten uns mit dem Aufbau beschäftigen.

Die Bühne bestand aus 2 LKW die nebeneinander aufgebaut mit den Ladeflächen die Bühne darstellten. Die Plane die oben zwischen den LKW als Art Regenschutz angebracht war stellte die Herren vom Ton im Verlauf des Nachmittages vor das eine oder andere Problem, da  der Regen offensichtlich der Meinung war, der Physik folgend, auf dem Lkw und unter besagter Plane durch, direkt auf die Bühnenmitte ablaufen zu müssen. Nun nicht nur das allgegenwärtige Wasser machte den Beschallern ein bisschen Mühe. Auch die Verkabelung als solche ging den Kollegen nicht recht von der Hand. „Steck mal bitte die 3 auf die 12 dann kann ich die 17 benutzen – oder besser doch umgekehrt“ so oder ähnlich waren dann die Dialoge die zu hören waren, dessen Ton sich auch merklich verschärfte je mehr Kanäle offensichtlich ihre Arbeitkraft verweigerten.

Letztendlich fand dann doch noch jede Buchse ihren Stecker und der Soundcheck lief wie gewohnt. Nachdem diese Arbeit für uns getan war, fanden wir wieder Zeit uns mit den Veranstaltern zu unterhalten. Diese hatten in der Zwischenzeit die Befürchtung, das dass Wetter einen kleinen Strich durch die Rechnung  machen würde. Dem war dann auch so. Das wirklich tolle Festival-Gelände war dann auch nicht gerade übervoll, als es langsam daran ging gegen 21:30 den Startschuß für unsere Show zu setzen. Wegen Wetter und gefühlter Kälte machten wir eine kleine Programm-Änderung. Die ursprünglich geplanten 2 Sets wurden zu einem langen Set, wir wollten die Kollegen der UK-Band ja auch nicht allzu lange im Regen stehen  und auf den eigenen Gig warten lassen.

Umziehen und los. Mittlerweile haben wir eine derartige Routine, das uns unleidliche Umstände keine Stimmung mehr vergeigen können. Wir haben unseren Spaß und, das merken wir immer wieder, das hat seine Wirkung auf das Publikum – und offensichtlich auch auf den Regen. Erneut war Regenstille kurz vor unserem Auftritt und der hielt auch bis wir mit den Zugaben fertig waren. Kein Regen bedeutet, die Leute kommen vor die Bühne und dort sind sie unserem  Rockinferno schutzlos ausgeliefert. Resultat: glückliche Gesichter, Tanzende und Mitsingende Leute die es nicht bereut haben bei dem Sauwetter vor die Tür gegangen zu sein.

Eine Besonderheit gilt es zu erwähnen. Die anwesenden Musiker aus England haben mich dazu bewogen noch undeutlicher als sonst zu singen. Immer in der Hoffnung das die nicht hören was ich bei manchen englischen Texten für ein Unsinn verzapfe, habe ich extra „authentisch“ geklungen. Der Erfolg:  nach dem Gig der „Mentalmen“  – die sich im Übrigen auf  hervorragende Punkige Versionen von Popsongs wie „It’s a shame“, „I don’t like mondays“ oder  „Have you ever seen the rain“ (wie passend) spezialisiert haben, kamen mehrfach die Kollegen „Mentalmen“ zu uns und haben uns und unser Musik-paket zum Gegen-Gig nach England eingeladen. Mal sehen was draus wird.

20
Aug
08

Im Westen nichts Neues : Heimspiel bei guten Freunden 2

Band runter von der Bühne – Regen an. Umbaupause.

Bei Ghostbusters heißt es an einer Stelle „Wählt die Gestalt des Zerstörers“ und heraus kam ein überdimensionierter Marshmellow-Mann. Diesmal hatte Gösta gewählt und heraus kam das Böse aus Berlin. 5 kleine Ladies in Black, offensichtlich die unehelichen Kinder von Mortitia Addams schicken sich an ordentlich zu donnern. „Kill her first“ der Name ist Programm, verspricht aber nur scheinbar, das die männlichen Zuhörer zunächst verschont werden. Ich als der Popper der Band kenne mich nicht mit den einzelnen Spielarten des Rock aus, aber das was da getan wurde war schon die härtere Gangart. Der Set beginnt zunächst mit einem Einspieler vom Band der schon zu Beginn die archaische Vorgehensweise des nun Folgenden andeutet. Die Damen sind alle modisch gekleidet in ein Ensemble aus Schwarz und Schwarz, nur unterbrochen von einem weißen Spiralkabel und ein paar imposant blau leuchtenden Ringen. Der Rest ist : heftig. Gitarren, Bass und Drums: volle Kanne und darüber der , ääh, Gesang ?!?. Im Rock hat diese Art der Singerei sicher einen Fachbegriff, den ich aber nicht kenne. Zunächst verhaltene Reaktionen im Publikum, dann aber kristallisieren sich die Anhänger dieser Musik heraus und letztendlich erspielen sich die 5 Hauptstätterinnen ihr Publikum und werden nach einem kurzen aber heftigen Gig noch einmal um Zugaben angegangen. Das Böse hat aber auch einen Vorteil: Der Regen hatte sich versteckt. Es blieb trocken. Das hätte man den olympischen Chinesen vor der Eröffnung ruhig stecken können. Anstatt für teures Geld das ganze Chemie-Gedöns in die Luft zu ballern, hätten auch 2 Stunden „Kill her first“ gereicht um die Veranstaltung trocken durchziehen zu können.

Der Geist der Addams Family hielt aber dann doch nicht lange durch, denn schon beim Umbau zum nächsten Act gingen die Schleusen wieder auf. 

Nach den sympathischen Schwestern Dracula kommt jetzt erneut eine weit gereiste Band auf die Bühne : „Eisheilig“ aus dem Pott.  Ich halte mich mit Kommentaren hier wohlwollend zurück, denn ich bin negativ vorbelastet. Der Sänger hat nämlich mit Bier um sich geschmissen und die ganze Bühne eingesaut. Mein Kram klebt heute noch. Bäh. Diese amtliche Vorbelastung hätten sie nur mit Musik nach meinem Geschmack wieder wettmachen können, aber dann kommt Rammstein-mäßiges und das ist wahrlich nicht meins. Im Publikum finden sich aber schnell die Fans dieser erneut harten Spielart. Wie man berichtet, sogar einige die später die Organischen Fertigkeiten der Musiker auch noch detaillierter ergründen wollten, aber das nur am Rande. Sicherlich sind hier gute Musiker am Werk, aber Bier zum Schmeißen, geht ja gar nicht. Ach so, ja stimmt, das Ganze ist mit deutschen Texten. Ich muss dann ja auch zum Umziehen und Warmsingen.

Hier trifft sich abseits des Ganzen die nahezu komplette Bande zum kurzen Revue passieren lassen und einstimmen. Schön das Gösta Tag der offenen Tür hat. Wir stellen einhellig fest, das dass Wetter eigentlich viel zu gammelig für das Open Air ist. Trotz der Feuchte haben sich aber dennoch etwa 500 wackere Kirchberger eingefunden, auch wenn sie sich noch unter den Regendächern zusammenrotten und den ganzen Tag über das Rund vor der Bühne etwas zu sehr meiden. Nicht auszudenken was bei tollem Wetter gewesen wäre. Aber egal. Hoffen wir das Beste und ziehen uns unsere neuen Outfits an. Gösta wollte Anzüge und ab jetzt sind die Generäle best be“suited“.  Mal sehen ob sich die Runderneuerung auch gelohnt hat. Die Stunde der Wahrheit rückt näher. Noch hört man das ferne Getöse der Eisheiligen Bierspritzer. Es ist also noch Zeit. Gösta kommt als Letzter und versprüht die frohe Botschaft: Es hat aufgehört zu regnen – und was soll ich sagen das blieb dann auch so. Noch letzte Hand anlegen an Krawatte und Sakko. Claus,  Rainer und Gösta bändigen ihr Haupthaar und dann geht es langsam aber sicher in Richtung Bühne. Hab ich schon erwähnt, das es nicht mehr regnet ?!? Olli macht die Ansage und , wir können es schon von Ferne beobachten, die anwesenden Besucher haben allesamt ihre Schutzbehausungen und Unterschlüpfe geräumt und sammeln sich als Traube vor der Bühne. Einlauf mit neuem Intro. Ralf darf als Erster und er startet sogleich den Beat. Dann stößt Gösta dazu um auch seinen neuen Aufzug erstmals richtig und Szene zu setzten. Mit fliegenden Haaren eilt Lois’l herbei um dann für Rainer den Rhythmus zu bereiten. Ich darf als Letzter und mit Hut. Ich pose erst mal ein bisschen – was man so als gesetzter Rocker halt noch so posen kann und dann gehen wir Rockwärts in die nächsten 2 Stunden. „Rocking in the free world“ Yep, neu im Programm ist genau die richtige Einstimmung. Unsere Freunde vor der Bühne sind sogleich mit uns und ohne viel BlaBla geht es gleich in „Eye of the Tiger“ und  „Black Night“. Hallo Kirchberg. Ich glaube wir sind  heute wieder richtig platziert mit unserem kleinen Geschichtsbuch der Rockgeschichte. Nach dem Brett der letzten Bands sehnt sich die Festival-Seele nach einer doppelten Portion bekannter Evergreens mit Showeinlage. Sollen sie haben. Alt Bekanntes aber auch ein paar neue Stücke ergießen sich ins Rund und wie wir es von den Kirchbergern kennen, es wird mitgesungen und mitgetanzt was das Zeug hält . Das Publikum hat Spaß, wir haben Spaß – That’s it. Go for Gold. 2 Stunden Pacour-Ritt vom Rock-Paket (Perfect Stanger), über die Irren Schotten (Look away, Over the hills and far away) bis mitten in die Party-Zone (Fox on the run, Black Betty) geht die Reise und Alle, Alle kommen mit. Zwischendurch ein kleines Geburtstagsständchen (wahrlich gerührt die Kleine) und eine „Juhu wir haben Abi 2008″- Einlage, so vergeht die Zeit im Fluge und bevor ich es vergesse – Es hat nicht mehr geregnet. 

Ach ja, Die Anzüge haben sich bewährt. Alle Anderen haben eisern bis zum Schluss die Jacke angelassen. Bei mir war schon nach dem 3ten Stück Feierabend. Hut und Jacke wanderten an den Ständer und die Ärmel wurden hochgekrempelt. Mit anderen Worten die „Gentlemen des Rock“ und ich.

Fazit: 1 Set – 3 Zugaben ; 2 Stunden 15 Minuten Spielzeit; 6 Runden Bier; 2,5 Liter Mineralwasser; 5 Emser Halspastillen).

19
Aug
08

Im Westen nichts Neues : Heimspiel bei guten Freunden 1

Nichts Neues ?!?  Pustekuchen. Es ist zwar für uns nicht das erste Mal das  wir hier beim Kichberg Open Air den Headliner machen dürfen. Auch haben wir uns vor Ort schon eine gute Anzahl Freunde zusammengespielt, aber ansonsten Alles neu. Das beginnt schon beim Wetter. Wo vor 2 Jahren noch Sonnebrand und braune Leiber angesagt waren, geht heuer der Trend eher zu Schwimmhäuten und Kiemenatmung. Das Wetter war nicht prall. Wind und Regen machen den Aufbau etwas umständlicher. Die unkaputtbare Hütte für die Mischpulte zum Beispiel  (Die steht wie ne Eins, die ist noch nie davongeflogen) wird zum fliegenden Robert incl. Mast und Schotbruch. Gut das der Kirchberger an sich immer ein Schweißgerät extra am  Mann hat.  Dem steten Wechsel zwischen Regen und Sonne zum Trotz ist dann aber doch letztlich Alles zusammengebastelt und macht einen guten Eindruck. Schöne große Bühne, tolle PA und eine prima Lichtanlage und Alles bedient von kompetenten Leuten. Nach einem kurzen Soundcheck ist, was uns angeht, die Vorbereitung für den Abend  getan und wir können noch einmal die jeweiligen Meditationsstätten aufsuchen (Ich fuhr nach Hause und Gösta geht zum Bierstand) um dann etwas später gut gerüstet am Tatort zu erscheinen. Als ich zurückkehre ist das Festival schon in vollem Gange. Es ist trocken und es haben sich schon einige Zuhörer eingefunden. Leider konnte ich die Eröffnungsband „Crying Sun“ nicht mehr sehen, also kann ich den Gig nicht kommentieren.  Es handelt sich hierbei um eine Schülerband, die sich wie wir dem Cover-Rock verschrieben haben. Als ich eintreffe sind bereits die Seesener Lokalmatadoren „Exit Inside“ auf der Bühne. Die Band, die glaube ich gefühlte 5.678 mal im Jahr Auftritte hat, liefert ein famoses Set ab. Nicht nur auf der Bühne sind die Jungs motiviert und gutgelaunt bei der Sache. Schon während des Soundchecks waren die Rocker mit vollen Enthusiasmus bei der Sache. Auch wenn es zunächst nur darum ging die Promo-Plakate strategisch wichtig auf dem Gelände zu platzieren. Auf der Bühne geht die Show genauso akribisch weiter. Die Band zeigt das sie on Stage zuhause ist und der Spaß kommt genauso über die Rampe. Trotz des recht frühen Termins im Line-Up wird von den Zuhörern lautstark „Zugabe“ gefordert. Und mit „Ramona“ wird dann auch noch ein Song mit hohem Hitpotential aus dem Hut gezaubert.  Diese Story wird noch weiter geschrieben, da bin ich mir sicher.

In der kurzen Umbaupause meldet sich der Regen wieder zurück um dann auch sofort wieder aufzuhören als der nächste Act in den Startlöchern steht. „Starvin Millonaire“ hat nach einer wechselhaften, näheren Vergangenheit (Bandnamen und Mitglieder kamen und gingen) wieder den Weg an die Öffentlichkeit gefunden, und die neue Besetzung der Band um unseren lieben Olli herum, hat gut getan sich dieser Metamorphose zu unterziehen. Neuer Gesang und Neue Gitarren zu gewohnt  kompakter Rythmusgruppe das sind die Zutaten mit denen die neuen Stücke gewürzt werden.  Wie schon die Band vorher : Gitarrenorientierte Rocksongs aus eigener Feder. Man muss schon den Hut davor ziehen wie gut die Arrangements dieser Seesener Band’s klingen.  Die Millionäre variieren die Stile  sehr gekonnt, so das ein abwechslungsreicher Set geboten wird, der Lust auf mehr macht. Was soll man lange reden! Kurz : Ein geiler Gig, Alter!  Auch hier, wie ist es anders zu erwarten : Zugabe.




Nächster Gig

Mit General Daniels : ------------------ 23.Mai 09 / Braunlage ---------- 11.Juli 09 / Bornum Rock ----------- 21.August 09 / Harzgerode ------------ 03. Oktober 09 / MC Lahstedt ----------- 28.November 09 / Wir singen zum Advent ----------- =========================== Mit der Crazy Groove Big Band : ------------ 26.April 09 / Aula in Herzberg -------- 05.Juni 09 Osterode ---------- 14.August / Kloster Walkenried ------ 08.11 Herzberg Benefiz

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